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11:22 13 November 2019
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    Extinction Rebellion-Aktion in Berlin (Archiv)

    Extinction Rebellion stoppt Proteste – Sputnik-Leser mehrheitlich gegen Aufstand

    © REUTERS / CHRISTIAN MANG
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    Straßenblockaden, Protestzüge und Kundgebungen – die Umweltbewegung Extinction Rebellion hatte eine Woche lang in Berlin und anderen Städten einen radikalen, aber gewaltlosen „Aufstand gegen das Aussterben“ organisiert. Dieser ist nun vorerst beendet. Unsere Wochenumfrage zeigt derweil: Den Sputnik-Lesern gingen die Proteste mehrheitlich zu weit.

    Eine Woche lang hatten die Klima-Aktivisten der Umweltschutzgruppe Extinction Rebellion immer wieder Kreuzungen in Berlin friedlich besetzt. So unter anderem den Großen Stern an der Siegessäule und den Potsdamer Platz. Die Protestler fordern unter anderem, dass die nationalen Regierungen sofort den Klimanotstand ausrufen. Doch nun ist die Rebellion in der Hauptstadt beendet, jedoch nur vorerst. Eine Sprecherin der Bewegung erklärte am 13. Oktober:

    „Wir werden die massenhaften Blockadeaktionen mit Ablauf dieser Woche beenden, aber die Rebellion hat gerade erst begonnen.“

    Der Grund: Jene, die sich zuvor um die Organisation von Material, Essen, Müllentsorgung, Kommunikation und Schlafplätze gekümmert hatten, stellten ihre Arbeit mit Ende der Aktionswoche ein. Immer wieder war angemerkt worden, wie gut die Aktivisten organisiert seien. Sie waren unter anderem mit einem professionellen Presseteam nach Berlin gekommen. Auch ein Rechtsschutz-Team gab es, das bei Auseinandersetzungen mit den Behörden aktiv werden konnte.

    Die Proteste selbst sind bei den Sputnik-Lesern weniger gut angekommen. In unserer Wochenumfrage wollten wir wissen, was Sie von den Aktionen der Extinction Rebellion halten. Die Antworten fielen recht eindeutig aus: 52,1 Prozent der über 2800 Umfrageteilnehmer entschieden sich für die Antwortmöglichkeit „Das geht zu weit! Dagegen muss der Staat rigoros vorgehen!“. Die Demonstrationen waren nicht offiziell angemeldet worden, wurden von der Polizei aber geduldet.

    Auf Platz zwei der Wochenumfrage landet mit 24,4 Prozent die Antwortmöglichkeit „Straßenbockaden und Rebellion bringen nichts und treffen die Falschen“. Ähnlich äußerte sich in der vergangenen Woche Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer. Der CSU-Politiker bezeichnete die Straßenblockaden als „unsäglich“. Am Rande einer Veranstaltung erklärte er:

    „Sie blockieren frühmorgens Leute, die zu ihrer Arbeit fahren und die dafür sorgen, dass jeden Tag in Deutschland Wohlstand erwirtschaftet wird.“

    Im Bundesverkehrsministerium werde jeden Tag aktiver Klimaschutz betrieben – mit Innovationen und mit Anreizen, so Scheuer.

    Genau das bezweifeln die Umweltaktivisten allerdings. Sie kritisierten die Klimapolitik der Bundesregierung scharf und werfen ihr Untätigkeit vor. Unterstützt wird die Bewegung von Beginn an von einer Reihe von namhaften Wissenschaftlern, Intellektuellen und Prominenten. Auch 14,8 Prozent der Teilnehmer unserer Umfrage unterstützen die Ziele von Extinction Rebellion voll und ganz. Damit landet die Antwortmöglichkeit „Weiter so! Der Druck auf die Bundesregierung muss erhöht werden!“ auf Platz drei.

    Zu den Unterstützern der friedlichen Rebellion gehört unter anderem Intellektuelle und Kritiker der US-Politik, Noam Chomsky. Auch in Deutschland gab es Anfang dieses Monats einen offenen Brief an die Bundesregierung, der von 90 Prominenten unterzeichnet wurde, darunter Schauspielerin Anna Loos, Christian Ulmen, Bela B, Rocko Schamoni und Bodo Wartke. Der Bewegung ist es bei ihren Protesten wichtig, gewaltlos und friedlich zu agieren. Das befürworten auch 8,7 Prozent unserer Umfrageteilnehmer, sie haben sich für die Antwort „Demonstrieren ist gut, aber bitte alles im Rahmen des Gesetzes“ entschieden.

    Extinction Rebellion – auf Deutsch in etwa: Rebellion gegen das Aussterben – kommt ursprünglich aus Großbritannien. Nach eigenen Angaben gibt es die Gruppe seit November vorigen Jahres auch in Deutschland. Zwar sind die Protestaktionen in Deutschland vorerst gestoppt, neue Aktionen sind aber anscheinend in Planung. In einer Chatnachricht der Bewegung heiß es zuletzt:

    „Hebt euch eure guten Ideen für die kommenden Zeiten auf, denn unsere Rebellion wird ein Marathon, kein Sprint.“

    Die Umweltschutzgruppe habe nach eigener Einschätzung mit ihren Aktionen deutschlandweit viele Bürger für die Gefahr einer ökologischen Krise sensibilisiert. Hunderte Menschen hatten sich zuletzt in Berlin an den Protesten beteiligt.

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    Tags:
    Klima, Proteste, Extinction Rebellion, Deutschland