20:44 14 November 2019
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    Polizisten nach dem Anschlag in Halle (Archiv)

    Nach Anschlag in Halle: Wohnung in Mönchengladbach durchsucht

    © REUTERS / Fabrizio Bensch
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    Synagogenanschlag in Halle (30)
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    Ermittler haben am Mittwoch laut Recherchen von „Süddeutscher Zeitung“, NDR und WDR die Wohnung eines Mannes durchsucht, der verdächtigt wird, Beziehungen zu dem Halle-Attentäter gehabt zu haben.

    Der Mann aus Mönchengladbach steht demnach im Verdacht, das sogenannte „Manifest“ des mutmaßlichen Attentäters von Halle an der Saale, im Netz verbreitet zu haben. Er soll bereits am Wochenende von der Polizei besucht worden sein. Laut dem Bericht konnten die Ermittler des Bundeskriminalamtes, die mit der Aufklärung des Anschlags in Halle betraut sind, den Verdächtigen aus Mönchengladbach durch einen Hinweis aus dem Ausland identifizieren. Amerikanische Behörden hätten die IP-Adressen des Computers übermittelt haben, der von ihm genutzt wird. Demnach wurde sein Computer bereits am Wochenende beschlagnahmt. Der Mann soll erklärt haben, dass er Stephan B. nicht gekannt habe.

    Darüber hinaus sollen BKA-Ermittler der Besonderen Aufbauorganisation (BAO) „Concordia“ dem Verdacht nachgehen, dass Mann aus Mönchengladbach mit dem Attentäter in Verbindung gestanden haben und über die geplante Tat informiert gewesen sein soll.

    Derzeit will die Polizei ermitteln, ob der Halle-Attentäter bei seiner Tat mögliche Unterstützer oder Mitwisser gehabt habe. Unter anderem werden die von ihm verwendeten Schusswaffen und Sprengsätze auf DNA-Spuren und Fingerabdrücke untersucht.

    Attentäter während der tödlichen Schießerei in Halle (Saale) am 9. Oktober 2019
    © AFP 2019 / ATV-Studio Halle / ANDREAS SPLETT
    Heute aber erfolgte demnach eine Durchsuchung mit richterlichem Beschluss, so SZ, NDR und WDR. Gegen den Mann wird offenbar wegen Verdachts der Volksverhetzung ermittelt. Zunächst kommentierte der Sprecher von der Staatsanwaltschaft Mönchengladbach, Jan Steils, diese Medienberichte nicht. Später bestätigt er aber auf Anfrage von „RP Online“ die Durchsuchung. Dabei seien elektronische Speichermedien sichergestellt worden, heißt es.

    Anschlag in Halle

    Der 27-jährige Täter hatte am Mittwoch vergeblich versucht, die Synagoge von Halle mit Waffengewalt zu stürmen. Er  erschoss dann vor dem Gotteshaus eine 40-jährige Frau und in einem nahen Döner-Imbiss einen 20 Jahre alten Mann.

    Er konnte noch am Tag des Attentats gefasst werden und sitzt inzwischen in U-Haft. Der Mann gestand seine Tat und räumte auch ein rechtsextremistisches, antisemitisches Motiv ein.

    ak/tm

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    Tags:
    Computer, Wohnung, Mönchengladbach, Durchsuchung, Halle, Deutschland