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11:24 13 November 2019
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    Bier (Symbolbild)

    Forscher finden ungewöhnlichen Zusammenhang zwischen Alkohol und Herzrhythmus-Störungen

    © Sputnik / Ruslan Kriwobok
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    Koreanische Forscher haben eine umfangreiche Untersuchung des Einflusses von Alkohol auf den Herzrhythmus durchgeführt. Es stellte sich heraus, dass Menschen, die wenig, aber regelmäßig trinken, verstärkt solchen Störungen ausgesetzt sind. Sie sind öfter von Arhythmie betroffen als diejenigen, die ab und zu über den Durst trinken.

    Die Ergebnisse der Studie sind im Fachmagazin EP Europace veröffentlicht worden.

    Das nationale Programm für Gesundheitskontrolle, das in Südkorea realisiert wird, ermöglichte den Wissenschaftlern dieses Landes, nicht nur den Verbreitungsgrad von Herzerkrankungen unter der Bevölkerung zu bewerten, sondern auch besser deren Ursachen zu verstehen.

    Lineare Abhängigkeit

    Früher hatte man beispielsweise das Risiko der Entwicklung von Flimmerarhythmie direkt mit der Alkoholmenge in Verbindung gebracht, die der Patient verzehrt hatte. Es wurde sogar eine lineare Abhängigkeit aufgestellt, die zeigte, dass zwölf Gramm Alkohol pro Woche (ein schwaches Alkoholgetränk) die Wahrscheinlichkeit der Entwicklung der Krankheit um acht Prozent erhöhte. Doch es war unklar, wie das Risiko mit der Konsum-Frequenz zusammenhängt.

    Die Forscher analysierten die Daten von etwa 9,7 Millionen Menschen, bei denen im Jahr 2009 keine Arhythmie diagnostiziert wurde. Im Laufe von acht Jahren wurden diese Patienten von Kardiologen beobachtet, und nach einer erneuten Ableistung des Programms im Jahr 2017 wurde eine Statistik ihres Krankenstandes zusammengestellt.

    Relevantester Kennwert 

    Die Autoren der Studie trugen zusammen, wie oft jeder Patient pro Woche getrunken hatte und wie hoch die durchschnittliche Einzel- und Gesamtdosis pro Woche war. Es stellte sich heraus, dass der Umfang der Einzelportion nicht so wichtig war, aber es war wichtig, wie oft und wieviel der Mensch insgesamt binnen einer Woche trank. Dabei erwies sich gerade die Frequenz des Alkoholkonsums als relevantester Kennwert.

    „Zuvor waren die Empfehlungen hinsichtlich des Alkoholkonsums auf die Reduzierung einer absoluten Menge und nicht der Frequenz gerichtet“, führt die European Society of Cardiology in der Pressemitteilung die Worte eines der Ko-Autoren der Studie, Doktor Jong-Il Choi, von dem Korea University College of Medicine in Seoul an.

    „Unsere Studie zeigt, dass es zum Schutz vor Flimmerarhythmie wichtig ist, möglichst selten zu trinken“, so der Doktor.

    Zu der Gruppe mit dem höchsten Risiko gehören nun diejenigen, die obwohl wenig, doch täglich getrunken haben. Bei ihnen wurde Flimmerarhythmie 1,41-mal öfter diagnostiziert – im Vergleich zu jenen, die nur zweimal in der Woche tranken. Bei denjenigen, die nur an Feiertagen Alkohol zu sich nahmen, war überhaupt kein Zusammenhang zwischen dem Alkoholkonsum und dem Risiko für die Entwicklung von Herzrhythmusstörungen festgestellt worden.

    Wie Flimmerarhythmie vorgebeugt werden kann

    „Flimmerarhythmie ist eine Krankheit mit vielfältigen Komplikationen und einer bedeutend verschlechterten Lebensqualität. Alkoholkonsum ist wahrscheinlich der am leichtesten veränderbare Risikofaktor. Um der Entwicklung von Arhythmie vorzubeugen, muss die Frequenz und der wöchentliche Verzehr von Alkohol gesenkt werden“, so Doktor Jong-Il Choi.

    ek/sb/sna

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    Tags:
    Vorbeugung, Südkorea, European Society of Cardiology, ESC, Empfehlungen, Vorhofflimmern, Alkoholkonsum, Zusammenhang