06:47 18 November 2019
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    Die obere Station der Seilbahn auf dem Ai Petri (1153 Meter über dem Meeresspiegel).

    Eines der sieben Gegenwartswunder der Krim: die Drahtseilbahn Mischor – Ai Petri

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    Die 2980 Meter lange Drahtseilbahn auf der Krim, die Touristen von Mischor fast auf den Gipfel des Ai Petri, eines 1234 Meter hohen Berges in der Nähe von Jalta, bringt, ist ein technisches Meisterwerk. Ihren Einzug ins Guinness-Buch der Rekorde verdankt sie ihrer oberen Teilstrecke von 1670 Metern ohne jegliche Stützmasten, damals „Europarekord“.

    Die Pressesekretärin der Betreiberfirma „Startinvest“, Jana Kowalenko, hat Sputnik in einem Interview über die Geschichte und den heutigen Betrieb der Seilbahn informiert.

    Die Pressesprecherin von Startinvest, Jana Kowalenko
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    Die Pressesprecherin von Startinvest, Jana Kowalenko

    Die Bahn zählt heute laut Kowalenko zu den sieben Wundern der Gegenwart auf der Krim und ist eine der meistbesuchten Touristenattraktionen der Halbinsel.

    Die Projektierungsarbeiten zum Bau der Drahtseilbahn haben 1976 begonnen, in Betrieb genommen wurde sie vor etwa 30 Jahren. Die lange Entwicklungsdauer hat etwas mit der Kompliziertheit der technischen Lösungen unter den gegebenen äußerst schwierigen Geländebedingungen zu tun, da der Berg nicht allmählich ansteigt, sondern steil aufragt.

    Die Bahn hat zwei Teilabschnitte. Der untere Teil hat eine Länge von 1310 Metern. Hier gibt es etliche Stützmasten, die das Drahtseil tragen. Am Ende des unteren Teils befindet sich eine Umsteigestation, wo ein Umsteigen von den Gondeln des unteren Teils der Seilbahn in die Gondeln des oberen Teils erfolgt. In dieser Station befindet sich auch die Zentrale der Bahn, der Sitz der Administration sowie die gesamte Antriebstechnik.

     In der Umsteigestation
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    In der Umsteigestation

    Der obere Teil mit einer Länge von 1670 Metern hat keinerlei Stützmasten. Das Seil schwebt auf der gesamten Länge frei in der Luft. Daher wurde die Bahn so konstruiert, dass es hier, wie auch im unteren Teil, nur zwei Gondeln gibt, die in die entgegengesetzte Richtung fahren und sich jeweils genau in der Mitte der Strecke begegnen. Damit wird gewährleistet, dass beide Gondeln zeitgleich ihre jeweilige Endstation erreichen. Hier muss alles auf die Sekunde und den Millimeter genau stimmen. Diese Konstruktion ist darauf zurückzuführen, dass die Bahn im oberen Teil über nur äußerst schwer zugängliches Gelände führt und das Aufstellen von Stützmasten technisch äußerst aufwendig und ökonomisch nicht vertretbar teuer gewesen wäre.

    Blick in Richtung Umsteigestation
    © Sputnik / Hans-Georg Schnaak
    Blick in Richtung Umsteigestation

    Das Seil hat in unmittelbarer Nähe der Felsen des Ai Petri bis zur Einfahrt in die Station einen Neigungswinkel von 46 Grad. Im letzten Abschnitt bekommt man in der Gondel das Gefühl, mit einem Hubschrauber aufzusteigen. Die gesamte Fahrzeit beträgt etwa 15 Minuten. Die Gondeln nur mit Stehplätzen sind für bis zu 35 Menschen ausgelegt.

    Die Seilbahn verkehrt täglich von 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr. Nur jeweils im Frühling gibt es eine Pause von zwei Monaten, um notwendige Wartungsarbeiten und auch Modernisierungsmaßnahmen durchzuführen. Sicherheit wird hier groß geschrieben. Jeden Tag wird ab zwei Stunden vor der Aufnahme des Fahrbetriebs die gesamte Technik bis ins Detail gründlich überprüft, um auch die geringsten Defekte auszuschließen.

    Gondel an der Einfahrt in die obere Station
    © Foto : Hans-Georg Schnaak
    Gondel an der Einfahrt in die obere Station

    Lediglich bei sehr windigem Wetter fährt die Seilbahn nicht. Und das nicht etwa, weil ein Versagen der Technik befürchtet wird, sondern weil sich die Passagiere in den durch den Wind heftig schaukelnden Gondeln sicher sehr unwohl fühlen würden. Übrigens ist auch die gelbe Farbe der Gondeln nicht zufällig gewählt. Da der Berg häufig in Wolken und Nebel getaucht ist, soll damit eine bessere Erkennbarkeit der Gondeln gewährleistet werden.

    Die beiden Gondeln treffen sich exakt in der Mitte des jeweiligen Teilabschnitts
    © Foto : Hans-Georg Schnaak
    Die beiden Gondeln treffen sich exakt in der Mitte des jeweiligen Teilabschnitts

    Die Bahn zählt ihrem Typ nach zu den leistungsfähigsten und zuverlässigsten. Solche Seilbahnen werden normalerweise nur in Gegenden mit schwierigem Geländerelief gebaut. Die untere Station befindet sich in einer Höhe von 86 Metern über dem Meeresspiegel, die Umsteigestation in 391 Metern Höhe und die obere Station in 1153 Metern über dem Meeresspiegel.

    Stützmasten der Seilbahn auf dem unteren Teilabschnitt
    © Sputnik / Hans-Georg Schnaak
    Stützmasten der Seilbahn auf dem unteren Teilabschnitt

    Nach dem Zerfall der UdSSR wurden die meisten aus der Sowjetzeit stammenden Wirtschaftsobjekte auf der Krim, darunter auch Betriebe, ohne Investitionen auf Verschleiß gefahren und letztlich verschrottet. Ein solches Schicksal drohte auch der Seilbahn Mischor – Ai Petri. Aber die Firma Startinvest hat die Seilbahn gerettet, nachdem diese geschlossen worden und ihre Verschrottung schon geplant war. Damals hatte Nadeshda Olefir, die ein gutgehendes Privatunternehmen leitete, sich entschlossen, die Seilbahn zu mieten und in diese investiert, um die Bahn betriebsfähig und allen Sicherheitsbestimmungen entsprechend zu erhalten. Seitdem, das sind inzwischen etwa 20 Jahre, betreibt das Unternehmen Startinvest die Seilbahn.

     Von hier aus muss die Gondel noch eine Strecke von etwa 2500 Metern und einen Höhenunterschied von etwa 600 Metern bewältigen
    © Sputnik / Hans-Georg Schnaak
    Von hier aus muss die Gondel noch eine Strecke von etwa 2500 Metern und einen Höhenunterschied von etwa 600 Metern bewältigen

    Im Jahr 2013 musste das tragende Drahtseil trotz seines immer noch guten Zustandes ausgetauscht werden, da seine planmäßige Nutzungsdauer abgelaufen war. Der Austausch war kein leichtes Unterfangen, da der Hersteller des Originalseils, ein ehemals sowjetischer Betrieb, sein Produktionsprofil geändert hatte. Also wurde das neue Seil bei einer österreichischen Firma in Auftrag gegeben. Die noch größere Schwierigkeit war das Austauschen selbst. Denn die sowjetischen Ingenieure, die die Bahn einst konzipiert und aufgebaut hatten, waren nicht mehr aufzufinden. Deshalb musste von null an wieder eine Technologie für das Auswechseln des Drahtseiles unter den äußerst schwierigen Geländebedingungen erarbeitet werden. Wie das gemacht wurde, ist ein Firmengeheimnis von Startinvest.

    Das Unternehmen und seine Generaldirektorin, Nadeshda Olefir, arbeiten sehr erfolgreich mit dem Objekt Drahtseilbahn Mischor – Ai Petri. Das belegen auch die vielen staatlichen Auszeichnungen und Titel, die beide im Laufe der Jahre in Russland bekommen haben. Darunter für das Unternehmen die Titel „Bester Arbeitgeber Russlands“, „Bester Steuerzahler des Jahres“ oder auch „Branchenführer“.

    Die Generaldirektorin ist neben anderen hohen Auszeichnungen Trägerin des Ordens „Vaterländischer Stern“ und des höchsten Ordens der gesellschaftlichen Anerkennung „Ehrenbürger Russlands“. Außerdem wurde ihr der Orden „Patriot Russlands“ verliehen.

    Zum Abschluss des Gesprächs betonte die Pressesprecherin Jana Kowalenko noch einmal, dass die Drahtseilbahn Mischor – Ai Petri ein technisches Meisterwerk und hervorragendes Erbe von der sowjetischen Ingenieurskunst sei.

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    Tags:
    Tourismus, UdSSR, Sowjetunion, Russland, Krim