02:06 21 November 2019
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    Berg Uluru in Australien

    Australien: Touristen dürfen nicht mehr auf den Uluru – Medien

    © REUTERS / STEFICA BIKES
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    Ab 26. Oktober wird kein Tourist mehr den Uluru, den 348 hohen Berg in Australien, besteigen können. Der rote Monolith mitten in der australischen Wüste wird auf Wunsch der Aborigines endgültig geschlossen. Dies berichten zahlreiche internationale Medien.

    Damit werde nach Jahrzehnten den Aborigines ihr Wunsch nach Respekt vor dem ihnen heiligen Berg erfüllt.

    „Wir haben lange darauf gewartet. Viele Leute sind sehr emotional vor Freude. Denn dies ist für uns die heiligste Stätte. Und es wird Zeit, dass der Felsen eine Ruhepause bekommt“, zitiert die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) einen Einwohner, der zum Volk der Anangu gehört, das seit Jahrtausenden in dem Wüstengebiet lebt.

    Doch in den Tagen zuvor herrschte ein enormer Andrang von Kletterern, die kurz vor der Schließung noch einmal dieses Wahrzeichen Australiens besteigen wollten. Beim Anangu-Stamm rief das Verärgerung hervor.

    „Eine Masse an Menschen ohne Moral und Ethos“, schrieb die Aborigine Laura McBride bei Twitter zu einem Foto von einer Schlange von Menschen, die den Uluru hinaufklettern. „Einer kletterte sogar mit einem Kleinkind hoch, um der nächsten Generation beizubringen, wie ignorant man ist.“

    Ureinwohner forderten jahrelang Verbot auf Uluru-Besteigung

    Die Anangu hätten schon seit Jahren darum gebeten, darauf zu verzichten, den wohl mehr als 500 Millionen Jahre alten Berg zu betreten, heißt es bei der FAZ. Doch viele Touristen ließen sich davon nicht abhalten. Rund eine Viertelmillion Menschen besuchten pro Jahr den Uluru.

    Nach Angaben der Nationalparkverwaltung kamen in den zwölf Monaten bis Juni 2019 fast 400.000 Menschen zum Uluru, etwa 13 Prozent kletterten auch auf den Felsen. Die Aborigines hätten einst angekündigt, den Berg zu schließen, wenn der Anteil der Kletterer unter 20 Prozent falle. Das sei ein Wert gewesen, der offenbar schon seit einigen Jahren erreicht worden sei.

    Entscheidung von 2017

    Die Entscheidung zur Schließung wurde 2017 getroffen. Damals erklärte Sammy Wilson, der den dazugehörigen Nationalpark leitet und selbst zu den Anangu gehört, dass der Berg kein Disneyland sei. „Wenn wir in ein anderes Land reisen, und dort gibt es einen heiligen Ort, ein Gebiet, in dem der Zugang beschränkt wird, dann respektiere ich das und gehe nicht hinein oder besteige ihn. Das Gleiche gilt hier für die Anangu. Wir heißen Touristen willkommen. Wir stoppen nicht den Tourismus, nur diese eine Aktivität.“

    Der 26. Oktober wurde damals als Datum für das Ende der Kletterpartien gewählt, weil an diesem Tag im Jahr 1985 das sogenannte Handback stattgefunden hatte. Damals war das Heiligtum, bei dem es sich um einen Inselberg handelt, der kilometerweit unter dem Boden weitergeht, offiziell an die Anangu zurückgegangen.

    Besteigung künftig strafbar 

    In Zukunft droht eine Mindeststrafe von 630 Dollar (knapp 400 Euro) für die Besteigung des Uluru. Bei besonders schweren Verstößen kann es zu Gefängnisstrafen kommen. Am Wochenende soll an dem Berg eine Zeremonie stattfinden, in der kommenden Woche wird dann die Kette entfernt. Auch danach dürfen Touristen den berühmten Felsen besuchen. Sie müssen sich aber damit zufriedengeben, ihn in respektvollem Abstand zu umrunden.

    pd/sb/

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