01:11 21 November 2019
SNA Radio
    Rottweiler (Symbolbild)

    Hunderte Kampfhunde-Besitzer demonstrieren in Rottweil

    CC0
    Panorama
    Zum Kurzlink
    74326
    Abonnieren

    In Rottweil haben am Sonntag mehrere Hundert Besitzer von Rottweiler-Hunden aus ganz Deutschland demonstriert. Die Teilnehmer protestierten gegen die sogenannten Rassenlisten, die bestimmte Einschränkungen der Hundehaltung vorsehen.

    An dem Protestzug durch das Zentrum der Stadt in Baden-Württemberg beteiligten sich laut Organisator Sven Keller mehr als 400 Hundebesitzer. Zudem seien noch mehr als 5000 Zuschauer gekommen.

    Die Rassenlisten benennen Hunde, die als gefährlich eingestuft werden, und deren Besitzer bestimmte Auflagen erfüllen müssen. Diese unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland.

    „Kein Hund kommt gefährlich auf die Welt“, sagte Keller, der selbst Rottweiler züchtet. Mit seinen Mitstreitern fordert er eine Abschaffung der Listen, weil sie Besitzer von Rottweilern unter anderem verbieten, ihre Tiere als Rettungshunde oder für den Schutzdienst ausbilden zu lassen.

    Stattdessen sollten Hundehalter seiner Ansicht nach einen Nachweis erbringen müssen, dass sie zur Erziehung der Tiere in der Lage sind.

    In der baden-württembergischen Kampfhundeverordnung sind drei Hunderassen gelistet: American Staffordshire Terrier, Bullterrier und Pit Bull Terrier. Einige Länder werten auch Rottweiler als besonders aggressiv und damit als Kampfhunde.

    Der Protestmarsch war Bestandteil des „Tag des Rottweilers“, den Keller zum zweiten Mal in der für die Hunderasse namensgebenden Stadt veranstaltet hat. Nach seinen Angaben handelt es sich um das größte Rottweiler-Treffen weltweit.

    Kampfhund-Attacken in Deutschland

    Hin und wieder kommt es auch in Deutschland zu Vorfällen mit Kampfhunden, wenn diese Erwachsene oder Kinder angreifen. Manchmal endet das tödlich.

    Zwei Polizisten waren im vergangenen September in Friedrichstal im Kreis Karlsruhe von einem American Staffordshire Terrier so schwer verletzt worden, dass sie ihren Dienst nicht mehr fortsetzen konnten. Die beiden Mitglieder einer Polizeihundestaffel sollten den Hund eines 22-Jährigen beschlagnahmen.

    Ein 15-jähriger Jugendlicher war im Juni 2019 in Leimen von zwei Kampfhunden angegriffen und dabei schwer verletzt worden. Wie die Polizei mitteilte, waren der junge Mann und zwei weitere Jugendliche gegen 20 Uhr auf Fahrrädern unterwegs, als sie einen Mann mit zwei nicht angeleinten Hunden passierten.

    Allerdings weisen viele Experte sowie Hundeliebhaber darauf hin, dass es immer auf die Erziehung des Hundes und nicht auf seine Rasse ankomme.

    ta/gs/dpa

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Tags:
    Baden-Württemberg, Demonstration, Hund