13:48 20 November 2019
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    Beamte eines Spezialeinsatzkommandos (SEK) während der Übungen

    SEK-Einsatz nach Morddrohung in Liebenburg – Polizisten mit Armbrust bedroht

    © REUTERS / Arnd Wiegmann
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    Ein 43-Jähriger hat im niedersächsischen Liebenburg (Landkreis Goslar) Beamte eines Spezialeinsatzkommandos (SEK) mit einer Armbrust bedroht.

    In der Nacht zum Dienstag hat der Mann zuvor seine Ehefrau mit einem Messer bedroht. Darüber hinaus kündigte er an, alle Menschen umzubringen, die er sehe, teilte die Polizei am frühen Dienstagmorgen mit.

    "Gegen 02:35 Uhr betraten die Polizeibeamten das Haus und wurden durch den Mann mit einer Armbrust bedroht", hieß es in der Pressemitteilung.

    Den Beamten gelang es den Angaben zufolge, den 43-Jährigen in seinem Haus unverletzt in Gewahrsam zu nehmen. Laut Polizei wurden entsprechende Ermittlungsverfahren eingeleitet. Weitere Angaben zu dem Fall machte ein Sprecher zunächst nicht.

    Armbrust-Morde in Passau

    Zuvor war berichtet worden, dass im Mai drei Leichen – einer 33-jährige Frau und eines 53-jährigen Mannes aus Rheinland-Pfalz sowie einer 30-Jährigen aus Niedersachsen – in einer Pension in Passau entdeckt worden waren. Alle drei wurden mit Armbrust-Pfeilen getötet. Die Ermittler gingen weiterhin davon aus, dass eine 30-Jährige ihre beiden Begleiter in der Pension mit deren Einverständnis tötete und sich dann selbst das Leben nahm. Dem Passauer Oberstaatsanwalt Walter Feiler zufolge war der 53 Jahre alte Mann wohl der Kopf der sektenähnlichen Gruppe und hatte mehrere Frauen um sich geschart.

    Mit einer von ihnen, seiner 33-jährigen Partnerin, starb er Hand in Hand in einem Doppelbett in der Pension - dem Obduktionsbericht nach betäubt mit K.o.-Tropfen. Die 30-jährige Dritte im Bunde schoss mehrere Pfeile auf die beiden und tötete sich dann mit einem Schuss. Sie lag vor dem Bett auf dem Boden, neben sich eine Armbrust. Mitarbeiter der Pension fanden die Leichen am 11. Mai in dem Zimmer, das die Gruppe am Abend zuvor gemeinsam bezogen hatte.

    Armbrust als Tatwaffe

    Die Mittelalter-Szene spiele den Erkenntnissen nach wohl nur am Rande eine Rolle. Der Mann sei auf Mittelaltermärkten unterwegs gewesen und habe etwa Schwertkämpfe angeboten. Dass die Gruppe eine Armbrust als Tatwaffe wählte, habe wohl den einfachen Grund, dass Armbrüste leicht zu bekommen seien, sagte der Oberstaatsanwalt.

    ai/dpa

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    Tags:
    Armbrust, Polizisten, Morddrohung, Deutschland, Niedersachsen