12:19 20 November 2019
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    Rettung der Migranten im Mittelmeer (Archiv)

    „Ärzte ohne Grenzen” fordern humanitären Mechanismus zur Migrantenrettung

    © AP Photo / Olmo Calvo
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    Die Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“ (MSF) plädiert in der EU laut dem Missionsleiter, Michael Fark, für einen transparenten Mechanismus zur Rettung von Migranten im Mittelmeer.

    „Wir fordern, dass Europa dringend ein proaktives und ausreichendes Potenzial für Such- und Rettungseinsätze im Mittelmeer gewährleistet. Wir haben gesehen, dass dies zum Beispiel mit Hilfe von ‚Mare Nostrum‘, einer von der italienischen Regierung initiierten jahrelangen See- und Luftoperation möglich ist”, sagte Fark gegenüber der Nachrichtenagentur RIA Novosti.

    Ferner warf er den EU-Ländern vor, „ihre Verpflichtungen zur Seerettung bewusst zu vernachlässigen und die libysche Küstenwache politisch und materiell zu unterstützen“. Diese bringt Migranten, die über das Mittelmeer nach Europa gelangen wollen, zurück in ein Land, wo Bürgerkrieg herrscht. Seit April waren es Fark zufolge fast 8.000 Flüchtlinge. Die EU unterstützte die Mission.

    Die MSF rufe die europäischen Regierungen dazu auf, sich an ihre Grundsätze zu halten und ihren humanitären und rechtlichen Verpflichtungen nachzukommen, so der Missionsleiter. Er fügte hinzu, alle EU-Länder sollten die Verantwortung teilen und sich um Entlastung der Küstenstaaten bemühen.

    Libyen ist seit der Ermordung des Langzeitherrschers Muammar Gaddafi im Jahr 2011 faktisch kein einheitlicher Staat mehr und spielt die Rolle eines Umschlagplatzes für Migranten. Die in Libyen tätigen bewaffneten Gruppierungen sind für ihre illegale Einreise nach Europa verantwortlich.

    jeg/mka/sna

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    Tags:
    Rettung, Mittelmeer, Migranten, EU, Ärzte ohne Grenzen