04:49 18 November 2019
SNA Radio
    Edward Snowden, a former CIA worker before turning whistleblower, speaks via satellite at the IT fair CeBIT in Hanover, Germany, Tuesday March 21, 2017

    Snowden: Facebook und Google sind nicht besser als NSA

    © AP Photo / Friso Gentsch/dpa
    Panorama
    Zum Kurzlink
    151895
    Abonnieren

    Der frühere Mitarbeiter der US-Sicherheitsbehörde NSA und Whistleblower Edward Snowden hat in einem Gespräch mit der Webseite Vox davor gewarnt, welche Gefahren Tech-Riesen wie Google und Facebook für den Datenschutz darstellen. Im Bereich der Sammlung von Personaldaten stellt er die Internet-Konzerne mit seinem ehemaligen Arbeitgeber NSA gleich.

    Nach Ansicht von Snowden wäre es ein Fehler, die NSA als eine größere Bedrohung für den Datenschutz anzusehen als Technologieunternehmen.

    „Der interne Zweck von Facebook, ob sie es nun öffentlich erklären oder nicht, besteht darin, perfekte Datensätze über das Privatleben im größtmöglichen Umfang ihrer Möglichkeiten zu erstellen und diese dann für ihre eigene unternehmerische Bereicherung zu nutzen. Die Konsequenzen sind unwichtig“, betonte der Whistleblower. „Genau das tut eigentlich die NSA.“

    Auch der Internet-Konzern Google erntete Kritik: „Google... hat ein sehr ähnliches Modell“, erklärte er.

    „Es gibt keinen guten Grund, warum Google in der Lage sein sollte, Ihre E-Mail zu lesen. Es gibt keinen guten Grund, warum Google die Nachrichten kennen sollte, die Sie an Ihren Freund schicken. Facebook sollte nicht sehen können, was du sagst, wenn du deiner Mutter schreibst.“

    Dauerhafte Datensätze

    Je mehr diese Internet-Unternehmen von einer Person wüssten, desto besser seien sie in der Lage, dauerhafte Datensätze über das Privatleben zu erstellen und umso mehr Einfluss und Macht würden sie über die Bevölkerung haben“ äußerte er.

    Dabei sei es den Internetnutzern zwar gar nicht egal, wie ihre Personaldaten gehandhabt würden. Dank ihrer Einstellungen würden sie jedoch nichts unternehmen, um ihre Privatsphäre zu schützen:

    „Tatsächlich sind die Menschen ziemlich darüber besorgt. Sie fühlen sich jedoch machtlos, um es ändern zu können. Also nehmen sie eine Laissez-Faire-Haltung ein, sagen ‚Es ist mir egal‘, als psychologischer Bewältigungsmechanismus, weil man sonst Opfer wird, und es ist schwer, damit zu leben“, hob Snowden hervor.

    Keine Haftungsrechte im Software-Bereich

    Das Problem sei auf rechtliche Lücken zurückzuführen: „In allen anderen Bereichen haben wie ernsthafte Haftungsrechte“, betonte er. Falls einer eine Arznei produziere, die tötet, dann komme er ins Gefängnis. Falls ein Unternehmen ein Auto herstelle, das Feuer fange und Todesopfer verursache, dann könnte das Unternehmen geschlossen werden und der Besitzer komme vor Gericht und später ins Gefängnis. „Aber wir haben keine Haftungsrechte im Bereich Software in den Vereinigten Staaten“, bedauerte Snowden.

    asch/ae

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Tags:
    Gefahren, Gefahr, Google, Facebook, NSA, Datenschutz, Edward Snowden