04:24 15 November 2019
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    „Kein Wellnessprodukt“: Drogenbeauftragte fordert Werbeverbot auch für E-Zigaretten

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    Die neue Bundesdrogenbeauftragte, Daniela Ludwig, hat sich beim Rauchen für ein umfassendes Werbeverbot ausgesprochen, auch für E-Zigaretten.

    Es müsse so sein, dass herkömmliche Zigaretten, Erhitzer und auch E-Zigaretten nicht mehr in der großen Außenwerbung stattfinden dürften, sagte die CSU-Politikerin am Dienstag in Berlin bei der Vorlage des neuen Drogen- und Suchtberichts der Regierung:

    „Die E-Zigarette ist kein Wellnessprodukt.“

    Es fehlten Langzeitstudien zu den Auswirkungen auf die Gesundheit. Gerade bei jungen Menschen sei die E-Zigarette im Kommen.

    Es sei wichtig, dass die Koalition beim Tabakwerbeverbot den Sack nun zumache, „und zwar komplett“, sagte Ludwig. Sie warnte davor, in einem „halben Schritt“ nur ein Verbot für Zigaretten und Erhitzer zu machen. Dann werde man feststellen, dass es an Haltestellen oder im Internet nur noch Werbung für E-Zigaretten gebe. „Das will ich nicht.“

    In die lange festgefahrene Debatte ist Bewegung gekommen, nachdem die Union den generellen Widerstand dagegen aufgegeben hat. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte sich für ein Werbeverbot ausgesprochen und gesagt: „Bis zum Jahresende werden wir eine Haltung dazu finden.“

    In der vorigen Wahlperiode war ein Anlauf an der Union gescheitert. Nun geht es darum, die Beschränkungen auf Außenwerbung und Kinos auszuweiten. Offen ist, ob nur klassische Tabakprodukte einbezogen werden; die SPD fordert dies auch für E-Zigaretten.

    Deutscher E-Zigaretten-Umsatz bricht ein

    Ende Oktober hatte das Bündnis für Tabakfreien Genuss (BfTG) erhebliche Einbußen beim E-Zigaretten-Absatz gemeldet. Der Grund dafür seien die Todesfälle in den USA. Eine Umfrage unter mehr als 600 E-Zigaretten-Händlern habe ergeben, dass mehr als die Hälfte Umsatzrückgänge von 30 bis 40 Prozent verzeichne, ein Fünftel sogar mehr als 50 Prozent. 88 Prozent der Befragten hätten angegeben, dass sich die Berichte aus den USA negativ ausgewirkt hätten.

    E-Zigaretten-Gefahr in den USA

    Nach jüngsten Angaben der US-Gesundheitsbehörde CDC gab es bisher 34 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Konsum von elektronischen Zigaretten. Zudem gebe es rund 1600 bestätigte Erkrankungen. Zuletzt gab es Hinweise, dass dabei THC-Produkte eine Rolle spielen könnten. THC (Tetrahydrocannabinol) steckt in Cannabis und ist hauptsächlich für die berauschende Wirkung der Droge verantwortlich. Neueste Erkenntnisse legen laut CDC nahe, dass vor allem THC-haltige Produkte, die von der Straße oder teils über illegale Händler bezogen worden seien, mit den meisten Fällen in Verbindung stünden.

    sm/gs/dpa

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    Rauchen, USA, Todesfälle, E-Zigaretten