09:53 03 Dezember 2020
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    Die Netflix-Doku „Der Teufel wohnt nebenan“ (The Devil Next Door) beleuchtet die Prozesse eines NS-Kriegsverbrechers. Polens Ministerpräsident Mateusz Morawiecki hat sich allerdings wegen „falscher Karten“ über die Serie beschwert und deren Änderung gefordert.

    Die Netflix-Doku „Der Teufel wohnt nebenan“ (The Devil Next Door) beleuchtet die Prozesse eines NS-Kriegsverbrechers. Polens Ministerpräsident Mateusz Morawiecki hat sich allerdings wegen „falscher Karten“ über die Serie beschwert und deren Änderung gefordert.

    In einem Brief beklagte sich Morawiecki bei Netflix-Chef Reed Hastings über die angeblichen Fehler in der Serie. Der nationalkonservative Politiker begründete diesen Schritt auf seiner Facebook-Seite:

    Historische Darstellungsfehler in solchen Filmproduktionen seien „für deren Schöpfer vielleicht nur unwichtige Irrtümer, aber für Polen sind sie sehr schädlich, deshalb ist es unsere Aufgabe entschlossen zu reagieren“.

    Ein Netflix-Sprecher erklärte, man prüfe den Sachverhalt mit Dringlichkeit.

    Netflix: „Man könnte mehr Genauigkeit erwarten“

    In der Dokumentarserie über NS-Konzentrationslager und die Suche nach dem Kriegsverbrecher John Demjanjuk sei insbesondere durch historisch falsche Landkarten der Eindruck entstanden, Polen sei für Konzentrationslager und darin begangene Verbrechen verantwortlich gewesen, kritisierte Morawiecki in seinem Brief, den er auf seiner Facebookseite veröffentlichte.

    Tatsächlich aber habe Polen während des Zweiten Weltkriegs gar nicht als Staat existiert, sondern habe unter der deutschen Besatzung und Gewaltherrschaft gelitten. Viele polnische Bürger seien ermordet worden, weil sie versucht hätten, ihre jüdischen Nachbarn zu retten.  

    Das polnische Außenministerium wendet sich in einem Tweet ebenfalls deutlich an Netflix: „Haltet euch an die historischen Fakten!“

    Währenddessen haben sich auch die Betreiber der Auschwitz-Gedenkstätte auf Twitter zu Wort gemeldet: "Der Teufel wohnt nebenan" erzähle eine wichtige Geschichte, heißt es dort.

    Allerdings würde nicht nur eine Karte Mitteleuropas mit den Grenzen der Nachkriegszeit – und nicht mit den Grenzen der besetzten Gebiete während des Krieges – gezeigt, sondern auch die Vernichtungslager Kulmhof sowie das Konzentrations- und Vernichtungslager Lublin-Majdanek geografisch schlicht falsch verortet: „Man könnte mehr Genauigkeit in einer derartigen Produktion erwarten.“

    ​Die polnische Regierung achtet streng darauf, dass beispielsweise deutsche Konzentrationslager auf heute polnischem Gebiet nicht als „polnisch“ bezeichnet werden. Dies ist durch ein spezielles Gesetz ausdrücklich verboten.

    sm/gs

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    Tags:
    Kriegsverbrechen, Mateusz Morawiecki, Netflix