06:46 06 Dezember 2019
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    Schlichtung mit Ufo: Vorerst keine neuen Streiks bei Lufthansa

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    Nach dreitägigen Verhandlungen zwischen der Fluggesellschaft Lufthansa und der Gewerkschaft Ufo ist am Dienstag vorerst eine Schlichtung erzielt worden. Die Lufthansa erklärte sich bereit, verschiedene arbeitsrechtliche Klagen gegen die Spartengewerkschaft zurückzunehmen. Unter anderem soll es erste Verbesserungen für Berufseinsteiger geben.

    In der vergangenen Woche haben Flugbegleiter zwei Tage gestreikt und bei Lufthansa anscheinend ein Umdenken bewirkt. Die Fluggesellschaft hat mit der zuvor hart bekämpften Gewerkschaft Ufo Verhandlungen aufgenommen, die schon am Dienstag in Frankfurt zu ersten Ergebnissen geführt haben.

    Lufthansa erklärte sich bereit, verschiedene arbeitsrechtliche Klagen gegen die Spartengewerkschaft zurückzunehmen, und soll Verbesserungen für Berufseinsteiger zugesagt haben.  Die Gewerkschaft erklärte sich ihrerseits mit einer Friedenspflicht bereit, bis zum Ende der Schlichtung auf weitere Arbeitskampfmaßnahmen zu verzichten. Über nähere Details und möglicherweise auch schon konkrete Schlichter wollen die Kontrahenten erst am Donnerstag auf einer gemeinsamen Pressekonferenz in Frankfurt berichten.

    Die Gewerkschaft hatte für den Fall des Scheiterns der Sondierungen neue Streiks in verschiedenen Lufthansa-Flugbetrieben angedroht, nachdem sie bereits in der vergangenen Woche an zwei Tagen rund 1500 Flüge verhindert hatte.

    Tarifstreit

    In dem Tarifkonflikt geht es nur vordergründig um Spesen und Zulagen für die rund 21 000 Flugbegleiter der Lufthansa-Kerngesellschaft. Lufthansa hat die Ufo-Führung nach internen Führungskämpfen monatelang nicht anerkannt und zudem parallel Verhandlungen mit der Konkurrenz-Gewerkschaft Verdi aufgenommen.

    Es stellt sich nun immer noch die Frage, welche Gewerkschaft künftig die Tarifverträge für die Flugbegleiter aushandelt und unterzeichnet. Lufthansa hatte angekündigt, neben der Ufo auch mit Verdi und der erst am Montag gegründeten «Cabin Union» zu sprechen. Laut einer Ufo-Mitteilung werden Verdis Rechte als Minderheitsgewerkschaft geschützt. Verdi könne sich in die Prozesse einbringen, erklärte die Lufthansa.

    Nach dem Grundsatz der Tarifeinheit soll in einem Betrieb eigentlich die mitgliederstärkste Gewerkschaft die Tarifbedingungen vereinbaren. Ufo nimmt für sich in Anspruch, mehr als die Hälfte der Lufthansa-Flugbegleiter zu vertreten. Ausgezählt worden sind die Mehrheitsverhältnisse bislang aber nicht.

    mka/gs

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    Tags:
    Streik, Gewerkschaften, Ufo, Tarifverhandlungen, Lufthansa