07:11 06 Dezember 2019
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    Hauptgebäude der Berliner Zeitung (Archivbild)

    Einmalig in Deutschland: „Berliner Zeitung“ jetzt auch auf Russisch!

    © AFP 2019 / JOHN MACDOUGALL
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    Nachdem ein ostdeutsches Unternehmerpaar den „Berliner Verlag“ gekauft hat, ist es jetzt zum Relaunch der „Berliner Zeitung“ gekommen, die dort erscheint. Neben einer neuen inhaltlichen Ausrichtung leistet sich die Tageszeitung nun auch einen Online-Auftritt auf Russisch.

    Seit dem 8. November erscheinen ausgewählte Artikel der „Berliner Zeitung“ in der Online-Ausgabe neben Deutsch und Englisch auch auf Russisch. Dies ist einmalig für eine deutsche Tageszeitung. In einem Interview mit der Deutschen Presseagentur (dpa), das am Mittwoch erschien, erklärt der Verlagsinhaber Holger Friedrich die Beweggründe:

    „Fakt ist, dass ein großer Teil der europäischen Kultur Russisch spricht. Und warum sollen wir diesen Teil ausschließen? Auch für diesen Teil Europas ist es spannend, was hier in Berlin passiert.“

    Die Übernahme des Berliner Verlages und damit der Berliner Zeitung im September 2019 von der DuMont-Mediengruppe durch das ostdeutsche Unternehmerpaar Silke und Holger Friedrich hatte für viel Aufsehen gesorgt. Holger Friedrich hat nach dem Informatik-Studium eine IT-Firma gegründet und diese später für einen Millionenbetrag an SAP verkauft. Seine Frau Silke Friedrich leitet die Metropolitan School, eine der bekanntesten Schulen der Stadt und hat zuvor das E-Werk an bekannten Veranstaltungsort in Berlin etabliert.

    Größter Zeitungsverlag der DDR

    Der Berliner Verlag wurde 1945 im Ostteil Berlins als Zeitungs- und Zeitschriftenverlag gegründet. Zu DDR-Zeiten erschienen dort unter anderem die „Wochenpost“, „FF dabei“, die Unterhaltungszeitschrift „Für Dich“ und als erste deutsche Tageszeitung nach dem Zweiten Weltkrieg die „Berliner Zeitung“.

    Nach der Wiedervereinigung 1990 ging der Verlag an den westdeutschen Medienkonzern „Gruner + Jahr“ und wurde später weiterverkauft. Das Ehepaar Friedrich schrieb nach dem Kauf des Verlages:

    „Wir hoffen, mit unserem Erwerb des Berliner Verlags einen Beitrag bürgerlichen Engagements leisten zu können, einen Beitrag zur außerparlamentarischen Opposition in neuem Format, auch im Sinne bürgerlicher Selbstermächtigung”.

    Die „Berliner Zeitung“ hat nach dem „Tagesspiegel“ und vor der „Berliner Morgenpost“ die zweithöchste Auflage unter den Berliner Abonnementzeitungen und wird vor allem in den östlichen Bezirken der Stadt gelesen.

    Zum Relaunch unter den neuen Eigentümern erschien am 8. November eine Sonderausgabe der Zeitung zum Thema „30 Jahre Mauerfall“. Zugleich wurde die neue Online-Version der Zeitung präsentiert, bei der man nun zwischen den Sprachen Deutsch, Englisch und Russisch wählen kann.

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    Tags:
    Gruner + Jahr, Mauerfall, DDR, Berliner Zeitung