22:16 15 Dezember 2019
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    Antiregierungsproteste in Hongkong

    Proteste in Hongkong: Mehr als 60 Menschen verletzt

    © REUTERS / TYRONE SIU
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    64 Menschen sind am Mittwoch bei den andauernden Protesten in Hongkong zu Schaden gekommen. Darüber berichtet der einheimische TV-Sender RTHK unter Verweis auf die Gesundheitsbehörde.

    Demnach wurden 19 Frauen und 45 Männer bei den Massenveranstaltungen verwundet (Stand 17 Uhr MEZ am Mittwoch). Zwei Männer befänden sich im kritischen Zustand.

    Außerdem wurde ein schwarz gekleideter junger Mann im Bezirk Tsuen Wan tot aufgefunden, er war offenbar aus einer großen Höhe zu Boden gestürzt. Zu den Ursachen des Unfalls gibt es bisher keine Angaben; unklar ist auch, ob er zu den Protestierenden gehört hat.

    In vielen Hongkonger Straßen herrscht seit Montag Chaos.

    Protestierende blockierten Straßen und störten den U-Bahn-Verkehr, sodass es in der Finanzmetropole Tausende Menschen nicht rechtzeitig zur Arbeit schafften. Mehrere U-Bahn-Stationen und Haltestellen blieben komplett geschlossen.

    Da die Protestierenden Barrikaden errichteten und Brände legten, ging die Polizei mit Wasserwerfern und Tränengas gegen sie vor.

    Am Donnertag kam es in den frühen Morgenstunden laut der Deutschen Presse-Agentur bereits erneut zu Ausschreitungen zwischen radikalen Demonstranten und der Polizei, die bei Zusammenstößen an einer Universität Tränengas einsetzte. Die Beamten seien zuvor mit Pfeil und Bogen beschossen worden, teilte die Polizei mit.

    Nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters blieben die Schulen in der Metropole bereits am Donnerstag geschlossen und werden bis Sonntag den Unterricht streichen. Die Bildungsbehörde begründete den Schritt mit Sicherheitsbedenken sowie Problemen im öffentlichen Personennahverkehr und forderte die Demonstranten wiederholt auf, friedlich zu bleiben.

    Proteste wollen nicht abebben

    Ein Anlass für die seit mehr als fünf Monaten andauernden Antiregierungsproteste in der chinesischen Sonderverwaltungsregion war die Behandlung des Auslieferungsgesetzes. Anfang Oktober riefen die Hongkonger Behörden den Gesetzentwurf zurück. Allerdings wollen die Proteste nicht nachlassen: Zwar ist die Zahl der Demonstrierenden zurückgegangen, jedoch sind die Proteste an sich erbitterter geworden.

    Seit Anfang Juni hat die Polizei in Hongkong mehr als 3600 Menschen festgenommen, der Jüngste von ihnen war zwölf Jahre alt. Mehr als 1500 Menschen wurden wegen ihrer Verletzungen, die ihnen auf den Straßen zugefügt worden waren, in Krankenhäuser eingeliefert. Über 400 Polizeibeamte wurden bei den Protesten verletzt.

    asch/ae/rtr/dpa/sna

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