02:35 07 Juli 2020
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    Die Entsorgung von verstrahltem Wasser aus dem zerstörten Kernkraftwerk Fukushima in den Pazifischen Ozean wird dem Industrieministerium Japans zufolge die Sicherheit der Bevölkerung nicht gefährden. Darüber schreibt die Zeitung „The Japan Times“ am Montag.

    Demnach wird die Strahlenbelastung, der ein Mensch wegen einer solchen Wasserentsorgung ausgesetzt ist, tausendmal geringer sein als die unter normalen Bedingungen verursachte Gefährdung. Die jährliche Strahlenbelastung im Bereich der Wasserentsorgung wird im Ozean zwischen 0,052 und 0,62 Mikrosievert und in der Atmosphäre zwischen 1,3 Mikrosievert liegen. Dabei könne die Strahlendosis eines Menschen unter normalen Umständen bei 2100 Mikrosievert pro Jahr liegen, hieß es.

    Das in den Ozean entsorgte Wasser sei zur Kühlung von beschädigten Kernreaktoren verwendet worden. Derzeit werde es in Tankbehältern auf dem Gelände des Atomkraftwerks gelagert; es handle sich um mehr als 100 Tonnen radioaktives Wasser. Laut Angaben des AKW-Betreibers Tokyo Electric Power Company Holdings Inc. werden die Tanks bis zum Sommer 2022 vollständig gefüllt sein.

    Südkorea unzufrieden

    Inzwischen hat sich Südkorea über die möglichen Umweltauswirkungen besorgt gezeigt. Im September hätten sich japanische und südkoreanische Vertreter bei einem IAEO (Internationale Atomenergiebehörde)-Treffen in Wien einen verbalen Schlagabtausch geliefert. 

    Fukushima-Katastrophe

    Am 11. März 2011 erschütterte ein Erdbeben der Stärke 9,0 den Nordosten Japans, das einen Tsunami mit bis zu 40 Meter hohen Flutwellen verursachte. Diese drangen bis zu zehn Kilometer ins Landesinnere ein. Nahe gelegene Städte wurden zu Seen.

    Das Kraftwerk Fukushima Daiichi erlitt einen Wasserschaden, der zu einer schwerwiegenden dreifachen Kernschmelze führte. Die Strahlung breitete sich überall in Fukushima aus. Den japanischen Behörden zufolge wurden auf dem Höhepunkt der Katastrophe 470.000 Einwohner evakuiert. Insgesamt kamen damals 19.630 Menschen ums Leben und noch immer werden 2.569 Personen vermisst. Das Kraftwerk wurde 2013 offiziell stillgelegt.

    pd/mt/

     

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    Tags:
    Wasser, Pazifischer Ozean, Strahlung, AKW Fukushima, Fukushima, Japan