19:58 14 Dezember 2019
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    Am Ort eines Terroranschlags im Irak

    Zahl der Terrortoten sinkt, Afghanistan löst den Irak an der Spitze ab – Global Terrorism Index 2019

    © REUTERS / ALAA AL-MARJANI
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    Laut dem Globalen Terrorismus-Index des Institute for Economics and Peace ist die Zahl der Terrortoten erneut gesunken. Afghanistan führt die Statistik mit über 7000 Terrortoten an, aber auch im Irak, in Nigeria und Syrien bleibt die Lage bedrohlich. Deutschland kommt auf Rang 44.

    Die gute Nachricht vorweg: Die Zahl der Todesfälle durch Terrorattacken ist weltweit zurückgegangen. Laut dem Globalen Terrorismus-Index 2019 starben im letzten Jahr durch Terrorismus insgesamt 15.952 Menschen, was im Vergleich mit dem Jahr 2014 ein Rückgang um über 50 Prozent ist. In 98 Staaten hat sich die Lage verbessert und auch in neun der zehn von Terrorismus am meisten betroffenen Länder hat es weniger Terrortote gegeben.  Den größten Rückgang in der Statistik der Terrortoten konnten dabei der Irak und Somalia verzeichnen. Ursache dafür sei vor allem der Rückgang der Aktivitäten der terroristischen Gruppierungen ISIS* und Al-Shabaab.

    Für Russland und die ehemaligen Sowjetrepubliken sieht die Statistik der Jahre 2002 bis 2018 ebenfalls positiv aus. Neun der zwölf Länder konnten ihre Platzierung verbessern (Usbekistan, Moldawien, Aserbaidschan, Armenien, Georgien, Kirgistan, Kasachstan, Russland und die Ukraine), zwei Länder blieben auf dem Stand „keine terroristischen Auswirkungen“ (Belarus und Turkmenistan). Einzig die zentralasiatische Republik Tadschikistan zeigte mehr terroristische Aktivität 2018 im Vergleich zu 2017 aufgrund zweier Angriffe mit Todesopfern, für die der IS Verantwortung übernahm. 

    Im Zeitraum 2002 bis 2018 waren alle europäischen Staaten mit Ausnahme von Kroatien, Slowenien, Portugal und Rumänien Terrorismus ausgesetzt, wobei viele einen merklichen Rückgang terroristischer Angriffe zwischen 2016 und 2018 vorweisen können. Die führenden sieben Staaten Türkei (Rang 16), Großbritannien (Rang 28), Frankreich (Rang 36), Deutschland (Rang 44), Griechenland (Rang 45), Belgien (Rang 53) und Schweden (Rang 59) hatten seit 2002 zwar einen signifikanten Anstieg an Terrorangriffen erlebt, in den letzten zwei Jahren hat sich dort jedoch die Lage verbessert.  Zugenommen haben terroristische Aktivitäten von 2016 bis 2018 nur in den Niederlanden (Rang 77), Bosnien und Herzegowina (Rang 88), Montenegro (Rang 97), Dänemark (Rang 101), Litauen (Rang 108), Bulgarien (Rang 112) und der Schweiz (Rang 118). Insgesamt verzeichnete Europa letztes Jahr 62 Todesfälle durch Terrorismus, 40 davon in der Türkei.

    Weltrangliste des Terrors

    2018 löste Afghanistan mit 7379 Terrortoten den Irak an der Spitze der traurigen Rangliste der am meisten von Terror betroffenen Staaten ab. Im Vergleich zu 2017 ist das ein Anstieg um rund 60 Prozent. Damit überholten die Taliban den IS als gefährlichste Gruppierung. Als „sehr stark“ werden die Auswirkungen von Terrorismus neben Afghanistan (Rang 1) und dem Irak (Rang 2) auch in Nigeria (Rang 3) und Syrien (Rang 4) eingestuft. Die weiteren Plätze in den Top 10 belegen Pakistan, Somalia, Indien, der Jemen, die Philippinen und der Kongo. In fünf der zehn Länder hat der Terrorismus zugenommen, in vier ist er gleich geblieben und einzig im Irak, der die Rangliste seit 2004 angeführt hatte, ist 2018 ein Rückgang zu verzeichnen.  

    Anstieg rechtsextremer Angriffe

    Im Vergleich mit Terrortoten durch islamistische Angriffe ist die Zahl der Todesfälle durch Rechtsextremismus zwar gering, hat sich aber in den vergangenen fünf Jahren verdreifacht. Weltweit wurden im Jahr 2018 26 Menschen bei rechtsextremen Anschlägen getötet. Für das laufende Jahr zählt die Statistik bis Ende September bereits 77 Tote.

    *Terrororganisation, in Deutschland und Russland verboten.

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    Tags:
    Tote, Sicherheit, Islamismus, Terrorismus