14:08 14 Dezember 2019
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    Kabarettist Dieter Nuhr (Archivbild)

    Buh-Ruf und Stille: Dieter Nuhr schockt Fans mit Hassbotschaft an Greta Thunberg

    © AP Photo / Hermann J. Knippertz
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    Der Kabarettist Dieter Nuhr widmet sich bei seinen Auftritten immer wieder seiner Lieblings-Zielscheibe Greta Thunberg. Seine Kommentare zu der „Fridays for Future“-Anführerin werden auch im Netz kontrovers diskutiert. Doch jetzt könnte Nuhr zu weit gegangen sein: Bei einem Auftritt in Erfurt erntete der 59-Jährige für seine Aussagen Unverständnis.

    Vor wenigen Tagen ist Kabarettist Dieter Nuhr mit seinem Programm „Kein Scherz!“ in der Erfurter Messehalle aufgetreten. Die Darbietung dürfte dem Publikum in Erinnerung bleiben, denn Nuhr steigerte sich laut Beobachtern stellenweise zu sehr in seine Abneigung gegen die Aktivistin Greta Thunberg hinein.

    Dreht sich der Wind?

    Immer wieder hatte der 59-Jährige in der Vergangenheit gegen Thunberg scharf geschossen. Der Kabarettist macht kein Geheimnis darum, dass er von der jungen Schwedin wenig hält. Während Nuhr damit vor allem in sozialen Medien viele Menschen irritierte, hielt sein Stammpublikum bislang zu ihm. Doch bei einem Auftritt in Erfurt mit seinem aktuellen Bühnenprogramm war das offenbar anders.

    ​Nuhr spielte Ende vergangener Woche seine Live-Show vor 3500 Menschen. Dabei sicherte er sich zunächst tobenden Applaus zu seinen Bemerkungen zur vergangenen Landtagswahl in Thüringen. Man dürfe nicht vergessen, dass, wenn ein Viertel der Wähler für die AfD gestimmt haben, drei Viertel die Partei nicht gewählt hätten, so Nuhr. Doch im weiteren Verlauf wurde die Stimmung zwischen Kabarettist und Publikum frostig.

    Wie einige Zuschauer berichteten, sprach sich Nuhr auf der Bühne zwar zunächst generell für die „Fridays for Future“-Bewegung aus, diese habe seine Unterstützung. Er plädiere aber dafür, dass „reale Lösungen für den Klimawandel“ gefunden werden sollten. Denn Gretas „Radikalität“ würde mehr Menschen in Gefahr bringen als sie retten könne, so der Komiker. Daraufhin wurde es still im Saal, im Publikum ertönte ein Buh-Ruf.

    Daraufhin verlor Nuhr anscheinend die Fassung: Laut Medienberichten wechselte der Kabarettist daraufhin zu einem ernsten Ton: Wenn ihm jemand vorrechnen könne,

    „was mehr Not und Elend verursacht, das Abschaffen des Klimawandels durch Forschung und Innovationen oder die radikalen Lösungen einiger Fanatiker, möchte er bitte auf die Bühne kommen und dies erklären.“

    Wenig überraschend folgte dieser Aufforderung niemand in der Erfurter Messehalle.

    Auch nach der Veranstaltung sorgte die Reaktion des gebürtigen Niederrheiners für Unverständnis. Einige Twitter-Nutzer machten Nuhr darauf aufmerksam, dass die offiziellen Forderungen von Thunberg und ihrer Bewegung eigentlich genau deckungsgleich mit den Wünschen des Kabarettisten seien: Die Politik solle auf die Wissenschaft hören und entsprechend handeln.

    Nuhr bleibt dabei…

    Zwei Tage später verteidigte Dieter Nuhr seine Ansichten gegen Greta Thunberg in einem Interview mit dem „Tagesspiegel“. Seine Reisen vor allem nach China hätten ihm gezeigt, wie vermessen die so genannte „Weltretterattitüde“ sei, so Nuhr. Die Welt wolle gar nicht gerettet werden, in China interessiere sich niemand für den erhobenen Zeigefinger der Deutschen in Sachen Klimaschutz. Auf die Frage, wann die letzten Scherze über Greta Thunberg gemacht würden, antwortete der Comedian: „Wenn der lächerliche Personenkult abebbt“.

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    Tags:
    Fridays For Future, Greta Thunberg