10:03 10 Dezember 2019
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    Roger Hallam, ein britischer Umweltschützer und Mitgründer der Umweltschutzbewegung Extinction Rebellion (Archivbild)

    Empörte Reaktionen nach Holocaust-Äußerungen von „Extinction Rebellion“-Mitgründer

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    Roger Hallam, ein britischer Umweltschützer und Mitgründer der Umweltschutzbewegung Extinction Rebellion, hat mit seinen Äußerungen zum Holocaust große Kritik auf sich gezogen: Mit seinen Worten soll er die Tragödie verharmlost haben. Die Reaktionen auf sein Interview mit der „Zeit“ folgten prompt – und haben auch Konsequenzen für den Aktivisten.

    Hallam erklärte in dem Interview, dass es in der Menschheitsgeschichte schon immer Völkermorde gegeben habe. Es handele sich beim Holocaust deshalb um ein „fast normales Ereignis“, sagte er.

    „Tatsache ist, dass in unserer Geschichte Millionen von Menschen unter schlimmen Umständen regelmäßig umgebracht worden sind“, führte der Brite in der „Zeit“ aus.

    Für ihn sei die Schoah „nur ein weiterer Schiss in der Menschheitsgeschichte“.

    Bundesaußenminister Maas empört

    Schon kurz nach der Veröffentlichung des Interviews twitterte Bundesaußenminister Heiko Maas: „Der Holocaust ist mehr als Millionen Tote und grausame Foltermethoden. Jüdinnen und Juden industriell zu ermorden und ausrotten zu wollen, ist einzigartig unmenschlich. Das muss uns immer bewusst sein, damit wir sicherstellen: nie wieder!“

    Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der AfD-Bundestagsfraktion, Beatrix von Storch, sprach auf Twitter von „Klimanazis, die die Demokratie abschaffen wollen“.

    Auch der NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hält Hallams Gerede für inakzeptabel:

    ​Die FDP-Generalsekretärin Linda Teuteberg bezeichnete ihrerseits Hallams Äußerungen als „unsäglich“. „Die Firnis der Zivilisation ist dünn“, schrieb sie auf ihrem Twitter-Account.

    ​Nur der Grünenpolitiker Volker Beck zeigte sich auf Twitter „nicht überrascht“. Ihm zufolge diskreditiert sich Hallam und ER.

    ​Extinction Rebellion reagiert

    Extinction Rebellion Deutschland distanzierte sich von Hallam und sprach von „verharmlosenden und relativierenden Äußerungen“. Hallam sei bei der Bewegung in Deutschland nicht mehr willkommen.

    „Die Aussagen von Roger Hallam, als einem von 15 Mitgründern, sind definitiv kein Konsens innerhalb der ER“, schrieb die Ökologin und Klimaaktivistin Carola Rackete auf ihrer Twitter-Seite.

    Ullstein Verlag will nun Hallams neues Buch nicht veröffentlichen

    Der Ullstein Verlag hat aus Roger Hallams Äußerungen zum Holocaust Konsequenzen gezogen: sein für den 26. November angekündigtes Buch Common Sense – Die gewaltfreie Rebellion gegen die Katastrophe und für das Überleben der Menschheit wird nicht erscheinen.

    „Der Ullstein Verlag distanziert sich in aller Form von aktuellen Äußerungen Roger Hallams“, gab der Verlag bekannt. Und: „Die Auslieferung des Buches wurde mit sofortiger Wirkung gestoppt.“

    sm/gs

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    Tags:
    Kritik, Äußerungen, Holocaust