20:02 14 Dezember 2019
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    Polizist (Symbolbild)

    Angriff auf von Weizsäcker: Verletzter Polizist schildert tödlichen Überfall

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    Ein Polizist, der beim tödlichen Angriff auf den Berliner Arzt Fritz von Weizsäcker am Dienstagabend verletzt wurde, hat am Freitag der „Bild“-Zeitung den Ablauf der Tötung geschildert.

    Wie der noch im Krankenhaus liegende Polizist berichtete, habe er nach dem Vortrag des Mediziners noch kurz mit von Weizsäcker gesprochen.

    „Der Täter erschien urplötzlich und griff gezielt und mit klarer Tötungsabsicht den Doktor an. Von Weizsäcker bewegte sich fluchtartig links an mir vorbei“, sagte der Polizist.

    Ihm sei klar gewesen, dass er als Polizist und Mensch handeln musste.

    Der Polizist beschrieb die Szene weiter: „Ich stellte mich vor den Angreifer, packte ihn an den Armen und griff in die Messerklinge hinein, um zu verhindern, dass er weiter auf den Arzt einstechen kann. Ich erlitt dabei tiefe Schnittwunden.“

    Der Angreifer habe sich losgerissen und ihn mit dem Messer an Hals und Brustkorb getroffen.

    „Ich nahm meine zweite Hand, um ins Messer zu greifen, um es ihm aus der Hand zu reißen. Bei dem Gerangel fielen wir beide über die Stühle der ersten Sitzreihe auf den Boden.“

    „Er hatte so enorme Kraft entwickelt, dass ich zunächst dachte, dass ich es nicht schaffen werde“, betonte der Polizist.

    Schließlich habe er dem Täter aber die Waffe entreißen können. Weitere Besucher des Vortrags griffen ein und überwältigten den Mörder.

    Der 33-jährige Polizist hatte tiefe Schnittwunden an den Händen sowie Verletzungen an Hals und Brust erlitten. Kurz nach dem Vorfall wurde er operiert. Am Donnerstag musste der 33-Jährige nachoperiert werden. 

    Mord an Sohn des Ex-Bundespräsidenten: Motiv des Täters bekannt

    Wie „Spiegel Online” unter Berufung auf Ermittlerkreise berichtete, habe der 57-jährige Angreifer bei seiner polizeilichen Vernehmung ein Motiv für seine Tat genannt. Er habe den Mediziner gezielt getötet, um sich an der Familie von Weizsäcker zu rächen.

    Der Täter habe seine Abneigung mit der Rolle Richard von Weizsäckers, dem Vater des Getöteten, beim Chemiekonzern Boehringer Ingelheim begründet. Richard von Weizsäcker sei als Geschäftsführer des Konzerns in den Sechzigerjahren dafür verantwortlich gewesen, dass das Unternehmen tödliche Giftstoffe für den Vietnam-Krieg geliefert habe.

    Wegen einer akuten psychischen Erkrankung erließ ein Richter am Mittwoch einen sogenannten Unterbringungsbefehl – der Angreifer wurde in ein psychiatrisches Krankenhaus gebracht.

    ns/ae/dpa 

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    Bild, Ablauf, Mord, Verletzung, Polizist, Fritz von Weizsäcker, Deutschland