21:47 03 Dezember 2020
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    Ein Passagier hat während eines Fluges von Osaka nach München mit der Fluggesellschaft Lufthansa etwas Seltsames bemerkt und auf Video aufgenommen. Das Bordinformationssystem des Flugzeugs zeigte die Hauptstadt der selbsterklärten Republik Donezk als zu Russland gehörend. Der „Spiegel“ berichtete über das Missgeschick.

    Der ukrainische Diplomat Alexej Makejew entdeckte das Video und veröffentlichte es auf seinem Twitter-Account und bat die Fluggesellschaft, den Fehler zu korrigieren, schrieb der „Spiegel“ am Mittwoch. Der Fehler war aus diplomatischer Sicht ziemlich heikel, weil Donezk zwar in der Ukraine liegt, der Staat aber seit dem Ukrainekonflikt im Jahr 2014 die Kontrolle über die Stadt verloren hat. Die Stadt Donezk erklärte sich damals unabhängig und rief zusammen mit Lugansk Republiken aus. Somit könnte der Fehler als politische Parteinahme gesehen werden, schrieb „Spiegel“.

    Laut Makejew gibt es tatsächlich eine russische Stadt, die ebenfalls Donezk heißt, aber auf der Karte des Bordinformationssystems sieht man eher die Stadt der selbsternannten Republik.

    „Donezk ist in der Ukraine, heute besetzt von Russland“, twitterte der ukrainische Diplomat. „Bitte korrigiert das, Lufthansa“.

    Fehler in der Software, um Update gebeten

    Nach Angaben des „Spiegels“ hat die Lufthansa bereits reagiert, sich von der Zuordnung distanziert und um Entschuldigung gebeten. „Es tut uns leid“, erklärte eine Sprecherin des Unternehmens in Frankfurt. Der Fehler wäre in der Software eines US-Herstellers, und  bei dem wurde so schnell wie möglich um ein Update gebeten.

    Die selbsterklärten Volksrepubliken Donezk und Lugansk in der Bergbauregion Donbass sind schon seit fünf Jahren Verhandlungsgegenstand der Kontaktgruppe in Minsk. Seit September 2014 wurden mehrere Dokumente zur Beilegung des Konfliktes verabschiedet. Und am 9. Dezember werden Russland, Frankreich, Deutschland und die Ukraine sich im sogenannten Normandie-Format treffen, um über die Umsetzung des Friedensplans für den Donbass zu sprechen.

    dg/gs

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    Tags:
    Russland, Volksrepublik Lugansk, Volksrepublik Donezk, Donbass, Ukraine, Deutschland, Lufthansa