16:50 10 Dezember 2019
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    In Grünheide nahe Berlin stehen noch Kiefern: Hier soll eine Tesla-Großfabrik entstehen

    Tesla-Großfabrik in Brandenburg: Tierschützer wollen mitentscheiden

    © REUTERS / Hannibal Hanschke
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    Vor dem Hintergrund der Entsorgungsprobleme mit einem Tesla-Wrack in Österreich wollen deutsche Naturschützer beim Großprojekt des US-Autobauers in Brandenburg mitentscheiden. Für das Projekt müsste ein Waldstück gerodet werden, in dem möglicherweise schützenswerte Pflanzen oder Tiere ihren Lebensraum haben.

    Deshalb fordern Naturschützer eine Einbeziehung in das Vorhaben.

    Noch wurden weder Bürger oder Naturschutzverbände in das Projekt einbezogen“, sagte Friedhelm Schmitz-Jersch, Landesvorsitzender des Naturschutzbundes Brandenburg (Nabu), der Deutschen Presse-Agentur. Auf dem Gelände in Grünheide nahe Berlin, auf dem der US-Konzern 2021 mit dem Bau von Elektroautos beginnen will, stehen derzeit noch Kiefern.

    „Man muss jetzt erfassen, welche schützenswerten Arten dort sind“, sagte Schmitz-Jersch mit Blick auf den Standort Grünheide.

    „Wir werden uns auch ein eigenes Bild machen.“ Zunächst ist aus seiner Sicht zu klären, ob der mittlerweile 20 Jahre alte Bebauungsplan noch allen naturschutzrechtlichen Anforderungen genügt. Es stelle sich die Frage: „Ist das, was es damals gab, heute noch gültig?“

    Möglicherweise schützenswerte Flora und Fauna

    Gut 20 Jahre lang konnte sich auf dem Areal nach Angaben der Naturschützer ungehindert Flora und Fauna entfalten. Welche Pflanzen oder Tiere sich dort ihren Lebensraum erobert haben – möglicherweise auch schützenswerte – sei bislang unbekannt.

    Tesla muss noch die nötigen Unterlagen einreichen, die derzeit vorbereitet werden. Für die Industrieansiedlung würde Wald gerodet, Tesla will laut Brandenburger Landesregierung jedoch die dreifache Menge wieder aufforsten lassen.

    Erfahrungen mit seltenen und unter Schutz stehenden Tieren als „Projekt-Verhinderer“ gibt es bundesweit. So stoppte etwa die Kleine Hufeisennase, eine Fledermausart, in Dresden zeitweise den Bau der Waldschlösschenbrücke. Für das Milliardenprojekt der Deutschen Bahn, Stuttgart 21, mussten Eidechsen umgesiedelt werden.

    Entsorgungsproblem mit ausgebranntem Tesla

    In Österreich musste ein Autobesitzer wochenlang auf eine Entsorgung seines ausgebrannten Tesla-Wagens warten. Insbesondere die Entsorgung der Batterie gestaltete sich Medienberichten zufolge problematisch: Keiner der örtlichen Entsorger wollte das Wrack und damit die Batterie übernehmen.

    Die Spezialisten, die Tesla für den Ausbau der Batterie nach Tirol entsandt hatte, hatten nicht die nötige Genehmigung, um den Akku weiter zu zerlegen, berichtet die „Tiroler Tageszeitung" am Freitag. Nach Angaben des Blatts hat schließlich ein Tiroler Ausstatter von Autoverwertern den Lithium-Ionen-Akku für Forschungszwecke übernommen.

    leo/ae/dpa

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