06:31 11 Dezember 2019
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    Ermittler vor dem Gebäude des Grünen Gewölbe in Dresden am Montag 25. November 2019

    Raub in Dresdner Schatzkammer: Ermittler legen erste Erkenntnisse offen

    © REUTERS / MATTHIAS RIETSCHEL
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    Die Dresdner Schatzkammer Grünes Gewölbe ist am frühen Montagmorgen womöglich Opfer eines Milliardenraubs geworden. Betroffen ist anscheinend der historische Teil der wertvollen Sammlung. Wie das passieren konnte, ist bislang unklar – die Räume des Museums sind eigentlich streng gesichert. Jetzt äußern sich Ermittler zu den bekannten Details.

    26. November, 8:38 Uhr: Museumsdirektor Dirk Syndram sagte der Deutschen Presse-Agentur, die Vitrine sei nicht vollständig leergeräumt worden, „Ich habe ein Foto gesehen, das zeigt, dass nicht alles fehlt”.

    Die Spurensicherung dauert auch am heutigen Morgen an. Diese sei aber nicht leicht in einem Museum, wo ständig Betrieb ist, räumte ein Polizeisprecher ein.

    Eine umfassende Bestandsaufnahme ist erst nach Ende der Spurensicherung möglich.

    Zusammenfassung der am 25. November verfügbaren Erkenntnisse: Bei dem spektakulären Raub in der Dresdner Schatzkammer Grünes Gewölbe wurden drei Juwelengarnituren entwendet. Insgesamt sollen 100 Objekte betroffen sein. Ihr Wert ist kaum abzuschätzen, eigentlich unbezahlbar. Die Polizei geht aktuell von zwei Tatverdächtigen aus, die auf der Flucht sind. Der ganze Raub soll nur wenige Minuten gedauert haben, was auf eine sehr gut vorbereitete Aktion hindeutet. Die Täter zerstören ein Fenstergitter, stiegen durch das Fenster in die Schatzkammer ein, gingen zielsicher auf eine Vitrine zu und zertrümmerten mit einer Axt das Sicherheitsglas.

    19:51 Uhr: Am Montagabend veröffentlichte die Polizei auch ein Überwachungsvideo aus dem Juwelenzimmer. Das Video zeigt, wie die Täter mit einer Axt auf die Vitrine einschlagen.

    18:28 Uhr: Laut der Polizei flüchteten die Täter mit einem Audi A6 vom Tatort. Wenig später wurde ein baugleiches Fahrzeug in einer Tiefgarage im Dresdner Stadtgebiet in Brand gesetzt. Die Ermittler untersuchen derzeit das Fahrzeug und sichern Spuren.

    18:26 Uhr: Beim Einbruch in das Grüne Gewölbe in Dresden haben die Täter die Vitrine im Juwelenzimmer mit einer Axt zerschlagen. Auf diesem Weg seien sie an die wertvollen, mit Edelsteinen besetzten Schmuckstücke gekommen, teilte die Polizei am Montagabend mit. Zuvor zerschlugen die Diebe demnach ein Fenstergitter sowie eine Glasscheibe und drangen so in das Gebäude ein. Die Tat habe insgesamt nur wenige Minuten gedauert.

    16:20 Uhr: Laut dem Leiter der Kriminalpolizei, Volker Lange, sind möglicherweise etwa 100 Objekte aus den Juwelengarnituren Friedrich August I. (der Starke) betroffen. Die Ensembles aus Knöpfen, Schnallen, Hutzier, Orden, Achselschleifen oder Stockknöpfen sind mit Brillanten, Diamanten, Rubinen, Smaragden oder Saphiren besetzt. Wieviel davon verschwunden ist, war zunächst unklar.

    16:17 Uhr: Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) hat den Einbruch in das Grüne Gewölbe in Dresden als erschütternd und schockierend bezeichnet.

    Der Diebstahl „von Stücken, die unsere Identität als Kulturnation ausmachen, trifft uns ins Herz”, sagte Grütters am Montag in Berlin.

    Sie danke den Verantwortlichen für die Einrichtung einer Sonderkommission und hoffe auf einen schnellen Fahndungserfolg.

    „Angesichts generalstabsmäßig organisierter, hochkrimineller Täter ist der noch stärkere Schutz unserer Museen und Kultureinrichtungen eine Aufgabe von höchster Priorität”, sagte Grütters.

    „Wir haben in letzter Zeit an verschiedenen Stellen die Sicherheitsvorkehrungen an unseren Häusern gezielt weiter verschärft.”

    Der Schutz der Kulturschätze müsse jede Anstrengung wert sein.

    16:15 Uhr: Versichert waren die entwendeten Stücke nicht, sagte zudem Michael Kühn, Geschäftsführer der international tätigen Kunstversicherungsmakler-Agentur Kuhn & Bülow. Zu Kühns Kunden gehört auch das Grüne Gewölbe in Dresden. 

    13:41 Uhr: Doch warum hat der Museumssicherheitsdienst nicht eingegriffen? Die Polizei stellt klar: Die Sichheitsmitarbeiter des Museums haben den Einbruch live auf ihren Kameras mitverfolgt und dann die Polizei alarmiert. Sie sind aber nicht bewaffnet und haben deshalb nicht selbst eingegriffen.

    13:35 Uhr: Genaue Angaben zu den Tätern könne man derzeit nicht machen. Auch wie schnell die Täter ihren Coup durchgezogen hätten, könne derzeit nicht offengelegt werden.

    13:33 Uhr: Die Chefin der Kunstsammlungen, Marion Ackermann, betont zudem, dass der genau Wert der Juwelen kaum abzuschätzen sei. Dazu könne man nichts sagen, weil die Schätze eigentlich unverkäuflich seien.

    13.18 Uhr: Das Alarmkonzept für das Gebäude habe an sich funktioniert. Der Alarm wurde ausgelöst. Bemerkenswert ist, dass es sich bei der Vitrine um Sicherheitsglas handelt. Es sei unklar, wie es den Dieben gelungen ist, diese zu zerstören.

    Polizeieinsatz vor dem Gebäude des Grünen Gewölbe in Dresden am 25. November 2019
    © REUTERS / MATTHIAS RIETSCHEL

    13.21 Uhr: Laut der Chefin der Kunstsammlungen, Kunsthistorikerin Marion Ackermann, handelt es sich bei den Exponaten um „unschätzbarer Wert“ handelt. Aus einner Vitrine seien drei Juwelengarnituren aus dem 18. Jahrhundert gestohlen worden. Der Materialwert sei nicht so hoch, dafür aber der „ideelle Wert” dieses zusammenhängenden Ensembles. Sie hoffe in diesem Zusammenhang, dass die Stücke dem Markt aufgrund der internationale Bekanntheit entzogen seien.

    13.20 Uhr: Der Chef der Kriminalpolizei, Volker Lange, bestätigte weiterhin, dass auf einer Video-Aufzeichnung zwei Täter zu sehen sind. Die Täter sollen duch ein Fenster eingedrungen sein. Zuvor hätten sie die Gitter vor dem Fenster zerstört. Danach hätten sie eine Vitrine zertrümmert.

    Im Moment seien die Täter auf der Flucht. Ob neben den zwei Tätern noch weitere an der Tat beteiligt sind, sei unklar. Die Soko umfast zehn Beamte. Offenbar gab es am Morgen einen Autobrand, der mit der Tat in Verbindung stehen könnte.

    13:16 Uhr: Laut dem Dresdner Polizeipräsident Jörg Kubiessa ist dieser Einbruch etwas ganz besonderes. Um 4.59 Uhr sei der Einbruch gemeldet worden, um 5.04 Uhr sei der erste Polizeiwagen zum Tatort geschickt worden. Um 5.09 Uhr sei ein Stromausfall gemeldet worden aufgrund eines Brandes. Ob der Brand mit dem Raub in Verbindung steht, sei allerdings unklar.

    13:14 Uhr: Eine Pressekonferenz unter anderem mit der Chefin der Kunstsammlungen, Ackermann, der Polizei und der Staatsanwaltschaft bezüglich des Raubes in der Dresdner Schatzkammer hat begonnen.

    Die Ermittler wollen erste Details zu der Tat offenlegen.

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