16:47 10 Dezember 2019
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    Straßenschild mit dem Namen von Adolf Hitler, der in München versteigert wurde

    Tycoon aus Schweiz kauft Hitler-Besitz für 600.000 Euro – Jüdische Organisation soll profitieren

    © REUTERS / ANDREAS GEBERT
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    Ein in der Schweiz ansässiger libanesischer Geschäftsmann hat bei einer Versteigerung in München Gegenstände aus dem Besitz von Adolf Hitler im Wert von 600 000 Euro gekauft. Er wolle die Nazi-Memorabilia nun an Israel übergeben, so Abdallah Chatila gegenüber dem israelischen Armeesender.

    Chatila habe insgesamt zehn Gegenstände gekauft, darunter Hitlers Faltzylinder, eine Ausgabe von Hitlers „Mein Kampf“, eine Zigarrenkiste, Briefe und eine Schreibmaschine. „Alle stehen in direkter Verbindung mit Hitler“, sagte der Geschäftsmann, der sein Vermögen mit dem Handel von Diamanten und Immobilien gemacht haben soll, dem Sender. Das Auktionshaus Hermann Historica bestätigte den Kauf.

    Keine Propaganda

    Chatila gab an, er habe die Gegenstände bei der umstrittenen Auktion in der vergangenen Woche ersteigert, um sie nicht zum Gegenstand für Nazi-Propaganda werden zu lassen: Da sich Rechtspopulismus und Antisemitismus in ganz Europa sowie weltweit verbreiten würden, habe er nicht gewollt, dass die Objekte in die falschen Hände fallen und von Personen mit unehrenhaften Absichten missbraucht würden, so der Geschäftsmann in einem Interview, berichtet „The Israeli Times“.

    Zunächst habe er gedacht, es sei am besten, die Gegenstände aus der Nazi-Zeit zu verbrennen, sagte Chatila. „Aber ich denke, es ist sehr wichtig, sie aufzubewahren, weil das die Erinnerung am Leben erhalten wird, damit künftige Generationen sehen, dass Hitler wirklich existiert hat.“ Chatila wurde 1974 in eine Familie christlicher Juweliere geboren, er gehört zu den Top-300 der wohlhabendsten Schweizer.

    Reaktionen auf die Versteigerung

    Die Versteigerung von Gegenständen aus dem Besitz ranghoher Nazis in der vergangenen Woche hatte Kritik von Seiten jüdischer Organisationen ausgelöst. Der Geschäftsmann sagte dem Armeesender, er habe schon vor der Versteigerung die israelische Organisation Keren HaYesod darüber informiert, dass er beabsichtige, so viele Gegenstände von Adolf Hitler wie möglich zu kaufen, um sie ihnen dann zu spenden.

    Eine Sprecherin von Keren HaYesod, einer Dach-Organisation, die Spenden für Israel sammelt, bestätigte am Montag, man werde die Gegenstände entgegennehmen. „Wir werden sie mit großer Sorgfalt behandeln und mit den relevanten Einrichtungen entscheiden, was mit ihnen zu tun ist.“

    Rabbi Menachem Margolin, Präsident der European Jewish Association (EJA), hatte jüngst darauf hingewiesen, dass Deutschland europaweit hinsichtlich antisemitisch motivierter Übergriffe führend sei. Die EJA hätte die deutschen Behörden aufgerufen, Auktionshäuser, die etwa Nazi-Memorabilia anbieten, dazu zu verpflichten, die Namen von Bietern zu veröffentlichen, auf dass diese dann unter staatliche Beobachtung gestellt werden könnten, so der Zeitungsbericht.

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    Tags:
    Holocaust, Schweiz, Adolf Hitler