06:30 25 Januar 2020
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    Raubzug im Grünen Gewölbe (17)
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    Die historische Kollektion aus der ehemaligen Schatzkammer der Wettiner Fürsten beinhaltet die umfangreichste Kleinodiensammlung Europas. Jetzt ist ein Teil mutmaßlich gestohlen worden. Um sie vor Diebstahl zu bewahren lag die Sammlung schon mal in einem Moskauer Tresor, erinnert Gilbert Lupfer von den Kunstsammlungen Dresden.

    „Bei den Stücken des Grünen Gewölbes handelt es sich um einen gemischten Bestand“, erläutert Lupfer. Er ist Provenienzforscher, beschäftigt sich also mit der Herkunft von Kulturgütern und Kunstgegenständen. Einerseits handelt es sich bei der Sammlung um altem Kunstkammerbestand aus dem 16. und 17. Jahrhundert, so der Wissenschaftler, sowie um Erwerbungen von Sachsens Kurfürst August dem Starken, der die Schatzkammer zwischen 1723 und 1730 anlegen ließ und sie auch der Öffentlichkeit präsentierte. Seinerzeit untergebracht in Gewölberäumen, die malachitgrün gestrichene Saulenfüße und -kapitelle hatten, die der Schatzkammer auch den Namen verschafften.

    Der Schatz in Moskau

    „Die seit dem 18. Jahrhundert einem breiteren Publikum zugängliche Sammlung überstand die Wirren des Zweiten Weltkrieges auf der Festung Königstein, dorthin wurden sie nämlich ausgelagert“, erzählt Lupfer. „Bei Kriegsende 1945 wurden die Bestände in die Sowjetunion abtransportiert, sind aber nicht etwa in ein Museum gebracht worden, sondern wurden im Tresor des Finanzministeriums in Moskau eingelagert, denn der galt als sicherer“, so Kunsthistoriker Lupfer. Bis die Schätze aus dem Grüne Gewölbe dann 1958 von der Sowjetunion an die DDR zurückgegeben wurden: Zunächst wurden sie nach Ostberlin gebracht, um dann wieder „zu uns nach Dresden“ zu gelangen.

    Der wertvolle Juwelenbestand

    Wieviel und was genau fehlte war zum Zeitpunkt des Gespräches noch nicht bekannt. Betroffen sollten möglicherweise etwa 100 Objekte aus den Juwelengarnituren Friedrich August I., genannt August der Starke, sein. Die Ensembles aus Knöpfen, Schnallen, Hutschmuck, Orden, Achselschleifen oder Stockknöpfen sind mit Brillanten, Diamanten, Rubinen, Smaragden oder Saphiren besetzt. Aus einer Vitrine seien drei Juwelengarnituren aus dem 18. Jahrhundert gestohlen worden, wurde nun bekannt. Der Materialwert sei angeblich nicht so hoch, dafür aber der „ideelle Wert” dieses zusammenhängenden Ensembles.

    Der Grüne Diamant

    Eines der wertvollsten Stücke des Grünen Gewölbes entging den Dresdener Juwelendieben: der Grüne Diamant. Er wird derzeit im Metropolitan Museum of Art in New York ausstellt. Das Hut-Schmuckstück mit dem einzigartigen Stein von 41 Karat und natürlicher Färbung  - die grüne Farbe kam durch radioaktive Bestrahlung im Erdinneren zustande - gilt als spektakulärste Leihgabe der US-amerikanischen Ausstellung und soll dort noch bis zum 1. März 2020 funkeln. 

     

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    Russland, Grünes Gewölbe, Dresden