06:18 11 Dezember 2019
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    Das Bild Der Schrei des norwegischen Künstlers Edvard Munch

    Kunstraub in Europa: Die spektakulärsten Fälle jüngster Zeit

    © AFP 2019 / CARL COURT
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    Raubzug im Grünen Gewölbe (15)
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    In eine der reichsten Schatzkammern der Welt, das Grüne Gewölbe in Dresden, ist am frühen Montagmorgen eingebrochen worden. Das genaue Ausmaß des Raubes bleibt noch unbekannt. Der Fall setzt nämlich eine Reihe spektakulärer Kunstdiebstähle fort, die in Europa längst keine Seltenheit mehr sind.

    Sputnik gewährt einen Überblick.

    Diebstahl der großen Goldmünze aus dem Bode-Museum

    Ein Museumseinbruch in Berlin im März 2017 hatte international für Aufmerksamkeit gesorgt. Damals war die 100 Kilogramm schwere Goldmünze „Big Maple Leaf”aus dem Bode-Museum auf der Museumsinsel entwendet worden. Das Exemplar im Wert von 3,75 Millionen Euro bleibt bis heute verschwunden. Laut dem Sprecher der Staatsanwaltschaft, Martin Steltner, vermuten die Ermittler, dass es zerstückelt und verkauft wurde.

    Die Goldmünze „Big Maple Leaf” im Bode-Museum (Archivbild)
    © AP Photo / dpa / Marcel Mettelsiefen
    Die Goldmünze „Big Maple Leaf” im Bode-Museum (Archivbild)

    Ebenso wie im Fall der Schätze, die am frühen Montagmorgen aus dem Grünem Gewölbe gestohlen wurden, sollen die Täter Polizeiangaben zufolge eine Glasvitrine zertrümmert haben, um sich Zugang zu den wertvollen Gegenständen zu verschaffen. Vier Verdächtige stehen seit Januar vor Gericht.

    Überfall auf Museo Civico di Castelvecchio in Verona

    Im November 2015 waren bewaffnete Räuber in das italienische Museo Civico di Castelvecchio in Verona eingedrungen und hatten 17 Renaissance- und Barockgemälde, darunter die „Heilige Familie“ von Mantegna sowie Werke von Pisanello, Rubens und Tintoretto, von den Wänden genommen. Die gestohlenen Bilder mit einem geschätzten Wert von rund 15 Millionen Euro wurden in der Ukraine versteckt.

    Überfall auf Museo Civico di Castelvecchio in Verona am 19. November 2015 (Standfoto vom Video der Überwachungskamera)
    © AFP 2019 / POLIZIA DI STATO - CARABINIERI
    Überfall auf Museo Civico di Castelvecchio in Verona am 19. November 2015 (Standfoto vom Video der Überwachungskamera)

    Die tatverdächtigen Moldawier müssen bis zu zehn Jahre Haft absitzen.

    Kunstraub im Musée d'Art Moderne de la Ville de Paris

    Im Mai 2010 waren Gemälde von Pablo Picasso, Henri Matisse, Amedeo Modigliani und Fernand Léger aus dem Musée d'art moderne de la Ville de Paris verschwunden. Der von der Presse zum „Spiderman“ getaufte Einzeltäter soll sich Einlass durch ein Fenster verschaffen haben.

    Polizisten prüfen Rahmen von gestohlenen Gemälden aus dem Pariser Museum für moderne Kunst (Archivbild)
    © AP Photo / Jacques Brinon
    Polizisten prüfen Rahmen von gestohlenen Gemälden aus dem Pariser Museum für moderne Kunst (Archivbild)

    Der Kunsträuber wurde 2011 festgenommen. Die Bilder, die im Auftrag eines Sammlers gestohlen wurden, bleiben jedoch unauffindbar.

    Diebstahl im Bührle-Museum in Zürich

    In Zürich hatten maskierte Männer im Februar 2008 das Bührle-Museum überfallen und vier Ölgemälde im Wert von rund 180 Millionen Schweizer Franken mitgenommen.

    Pressekonferenz der Polizei Zürich, nachdem zwei von gestohlenen Bildern des Bührle-Museums gefunden wurden (Archivbild)
    © AFP 2019 / NICHOLAS RATZENBOECK
    Pressekonferenz der Polizei Zürich, nachdem zwei von gestohlenen Bildern des Bührle-Museums gefunden wurden (Archivbild)

    Betroffen waren Werke von Claude Monet, Vincent van Gogh, Paul Cézanne und Edgar Degas. Für Hinweise wurde eine Belohnung von 100.000 Franken ausgesetzt. In dem Fall wurden vier Menschen verurteilt. Die geraubten Bilder sind alle wieder da.

    Der gestohlene „Schrei“

    Im August 2004 waren Bewaffnete in das Munch-Museum in Oslo eingedrungen und hatten eine Version von Edvard Munchs berühmtestem Bild „Der Schrei“ sowie das Werk „Madonna” von der Wand gerissen.

    Der Schätzwert der beiden beläuft sich auf insgesamt 90 Millionen Euro. Beide Gemälde wurden 2006 sichergestellt und restauriert, die Täter wurden gefasst und müssen für mehrere Jahre hinter Gitter.

    Ein Kunstexperte prüft das Gemälde von Edvard Munch „Der Schrei“ auf Echtheit, nachdem es in die Osloer Nationalgalerie  zurückgeführt wurde (Archivbild)
    © AP Photo / JON EEG
    Ein Kunstexperte prüft das Gemälde von Edvard Munch „Der Schrei“ auf Echtheit, nachdem es in die Osloer Nationalgalerie zurückgeführt wurde (Archivbild)

    Der Diebstahl der Saliera

    Ein Alarmanlagenfachmann hatte im Mai 2003 die „Saliera“ von Benvenuto Cellini aus dem Kunsthistorischen Museum in Wien gestohlen. Das Kunstwerk aus dem 16. Jahrhundert soll Medien zufolge rund 36 Millionen Euro wert sein. Der Mann versuchte, Lösegeld zu erpressen.

    „Saliera“ von Benvenuto Cellini aus dem Kunsthistorischen Museum in Wien
    © AP Photo / LILLI STRAUSS
    „Saliera“ von Benvenuto Cellini aus dem Kunsthistorischen Museum in Wien

    Die Ermittler konnten dank einer Überwachungskamera ein Fahndungsfoto veröffentlichen. Der Verdächtige stellte sich daraufhin der Polizei und wurde zu fünf Jahren Haft verurteilt, kam aber nach fast drei Jahren frei.

    Gemälderaub in Berlin

    Im April 2002 wurden neun bekannte expressionistische Gemälde im Wert von rund 3,6 Millionen Euro aus dem Brücke-Museum geraubt. Die Bilder wurden wenige Wochen später sichergestellt. Die Täter sollen die Alarmanlage manipuliert und dann ein Fenster des Gebäudes eingeschlagen haben. Zur Beute gehörten Werke der Künstler Erich Heckel, Erich Nolde, Ludwig Kirchner und Max Pechstein. Das Bild des Letzteren mit dem Titel „Junges Mädchen” wurde brutal zerschnitten.

    Eine Mitarbeiterin des Brücke-Museums zeigt das zurückgeführte Gemälde von Erich Heckel (Archivbild)
    © AP Photo / SVEN KAESTNER
    Eine Mitarbeiterin des Brücke-Museums zeigt das zurückgeführte Gemälde von Erich Heckel (Archivbild)

    Diebstahl in Frankfurt

    In Frankfurt hatten Diebe im Juli 1994 drei Bilder von William Turner und Caspar David Friedrich aus der Kunsthalle Schirn gestohlen, nachdem sie nachts den Sicherheitsdienst überwältigt hatten.

    Gemälde von Wiliam Turner in der Frankfurter Kunsthalle Schirn (Archivbild)
    © AP Photo / BERND KAMMERER
    Gemälde von Wiliam Turner in der Frankfurter Kunsthalle Schirn (Archivbild)

    Beim Versicherungswert wird von 70 Millionen D-Mark ausgegangen. Die Werke tauchten Jahre später wieder auf. Die Täter erhielten Haftstrafen von bis zu elf Jahren, über die Hintermänner ist nichts bekannt.

    jeg/sb/dpa

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