07:24 11 Dezember 2019
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    Die Uspenskij-Kathedrale (gebaut 1653-1655) im Iwerski-Kloster von Waldai.

    Vorsicht Suchtgefahr! – Vier Tage im russischen Gebiet Nowgorod

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    Das „‚Tourismusbüro Rus Nowgorodskaja‘*) lädt Sie für Anfang November zu einer viertägigen Informationstour nach Welikij Nowgorod und Umgebung ein“, hieß es in einer an Sputnik gerichteten Einladung.

    Auch weitere Journalisten sowie Reiseveranstalter aus Moskau und Sankt Petersburg waren hierzu eingeladen. Also packte ich meinen Dienstreisekoffer.

    Der erste Tag

    Abgeholt werden sollten die aus Moskau Anreisenden vom Bahnhof Tschudowo Moskowskoje im Gebiet Nowgorod. Für die 590 Bahnkilometer von Moskau bis zum Ziel braucht man mit dem Express-Zug drei Stunden und 13 Minuten. Das war zumindest ausreichend, um das Programm für die vier Tage gründlich zu studieren. (Für meinen täglichen Weg zur Arbeit in Moskau – 22 Kilometer –  brauche ich mit dem Auto mitunter fast zwei Stunden…)

    Und das Programm war bis zur Abreise am vierten Tag von früh bis spät vollgepackt. Das Gebiet Nowgorod umfasst eine Fläche von 55.000 Quadratkilometern (bei insgesamt 600.000 Einwohnern) und hat neben einmaliger Landschaft und Natur allein 5071 Geschichtsdenkmäler zu verzeichnen, darunter 37 zum UNESCO-Welterbe zählende Architekturdenkmäler.

    Zwischen den einzelnen Stationen waren jeweils bis zu 80 Kilometer zu bewältigen. Na das kann ja heiter werden, auch wenn wir nur einen Bruchteil davon zu sehen bekommen, dachte ich, auf meinen reichen Erfahrungsschatz in Punkto Zeitpläne in Russland zurückblickend.

    Der Zug hielt pünktlich um 10:13 Uhr. Eine Minute zum Aussteigen – das Zugpersonal hatte jeden Fahrgast, der hier aussteigen wollte, persönlich rechtzeitig informiert.

    Der Express-Zug „Sapsan“ Moskau – Sankt-Petrsburg bei der Ankunft auf dem Bahnhof Tschudowo Moskowskoje. Der Zug hält hier nur eine Minute.
    © Foto : Alexej Maltschuk, das Foto hat die ANO „TO Rus Nowgorodskaja“ zur Verfügung gestellt
    Der Express-Zug „Sapsan“ Moskau – Sankt-Petrsburg bei der Ankunft auf dem Bahnhof Tschudowo Moskowskoje. Der Zug hält hier nur eine Minute.

    Auf dem Bahnsteig lernte ich dann endlich auch die anderen Moskauer – alles Moskauerinnen – kennen. Zwei Kolleginnen von RT waren auch dabei. Zwei Vertreterinnen von „Rus Nowgorodskaja“ stellten sich vor: Jelena Anissimowa und Olesja Katritsch. Sie haben uns auf der ganzen Tour begleitet und hervorragend betreut. Dann wurden wir in einen sehr bequemen Kleinbus gesetzt, und los ging unser Abenteuer. Unterwegs haben wir noch die Teilnehmer aus Sankt Petersburg an einem anderen Punkt „aufgesammelt“. Die Stimmung an Bord war gut, alle zehn Teilnehmer sowie die Mitarbeiter von Rus Nowgorodskaja und auch der Fahrer aufgeschlossene Leute – nun ja, bei den Tätigkeitsfeldern…

    Neben dem Aufsuchen von zwei zu Rus Nowgorodskaja gehörenden Touristen-Infokiosken, einer davon an einer Tankstelle an der Fernverkehrsstraße Moskau-Sankt Petersburg, war die alte Hansestadt Welikij Nowgorod unser erstes Großziel.

    Plan der mittelalterlichen Hanse an einem alten Gebäude in Welikij Nowgorod
    © Sputnik / Hans-Georg Schnaak
    Plan der mittelalterlichen Hanse an einem alten Gebäude in Welikij Nowgorod

    Nach einem guten Mittagessen in einem sehr netten Restaurant und dem Besuch in einer Souvenirboutique, in der es unter anderem auch ein reichliches Angebot an einheimischem Tee und Honig gab, wurden wir erst einmal   in unserem Hotel für diese Nacht abgesetzt. Das Hotel Truvor ist ein zwar sehr kleines Hotel, aber sehr geschmackvoll und gemütlich eingerichtet. Der nächste Programmpunkt bestand in der „klassischen Führung durch den Kreml“ und einer spezielle Exkursion unter der Bezeichnung „Bar-Vergnügen“.  

    Gemütliches Restaurant in einem alten Kaufmannshaus.
    © Sputnik / Hans-Georg Schnaak
    Gemütliches Restaurant in einem alten Kaufmannshaus.

    Die Barbesuche, alles in sehr netten Restaurants, waren in die Exkursionen bis Mitternacht eingestreut. Jeweils mit Essen und Verkostung einheimischer alkoholischer Getränke. Von den 120 Gaststätten in Welikij Nowgorod haben wir an dem Abend allerdings nur fünf geschafft. Dafür aber war niemand betrunken…

    Restaurantschiff gegenüber dem Kreml von Welikij Nowgorod. Als wir da wieder herauskamen, war es schon dunkel.
    © Sputnik / Hans-Georg Schnaak
    Restaurantschiff gegenüber dem Kreml von Welikij Nowgorod. Als wir da wieder herauskamen, war es schon dunkel.

    Den Kreml haben wir erst im Dunkeln und bei Schneeregen gesehen. Aber wir haben ihn gesehen! Und er ist ziemlich beeindruckend. Danach wieder eine „Bar“, davor auch, und dann der Höhepunkt der Nacht: Besuche auf zwei Friedhöfen, auf einem davon wird niemand mehr bestattet. Hier begleitete uns ein ortsansässiger Historiker, der sehr interessant über die teilweise jahrhundertealten Gräber auf den Friedhöfen berichtete. Danach wieder eine Bar einschließlich Abendessen – und dann Nachtruhe.

    Nächtlicher Friedhofsbesuch
    © Sputnik / Hans-Georg Schnaak
    Nächtlicher Friedhofsbesuch

    Was übrigens die bereits erwähnten Touristen-Infokioske betrifft, so kann man sich hier umfassend und sachkundig, auch bei einer Tasse Kaffee oder Tee, über das Tourismusangebot der Region informieren lassen. Auch sind hier Touristenkarten sowie Familienkarten erhältlich, mit denen man zu ermäßigten Preisen die Sehenswürdigkeiten einschließlich Museen der Region besichtigen kann. Insgesamt gibt es bisher vier solche Kioske im Gebiet Nowgorod, ihre Zahl soll aber noch erweitert werden.

    Touristen-Infokiosk von „Rus Nowgorodskaja“.
    © Sputnik / Hans-Georg Schnaak
    Touristen-Infokiosk von „Rus Nowgorodskaja“.

    Der zweite Tag

    Nach dem Hotelfrühstück, das jeder bei der Anreise nach seinem Geschmack vorbestellen konnte, ging es los zu dem etwa 11.000 Einwohner zählendem Ort Krestzy. Hier haben wir die seit 1860 bestehende und in den vergangenen Jahren völlig modernisierte Stickerei „Krestezkaja Strotschka“ besichtigt. Der Betrieb arbeitet derzeit wegen zu weniger Aufträge mit Verlust, aber seine Besitzer wollen das alte hier ansässige Kunstgewerbe aufrechterhalten. Die reine Handarbeit ist allerdings schon seit langem durch fortschrittliche Technik abgelöst. Sogar Technik aus Deutschland zum Programmieren der Stickmaschinen haben wir hier vorgefunden, und zwar von der Maschinenfabrik Carl Zangs AG aus Krefeld, die aber schon 1983 pleite gegangen war.

    In der Stickerei „Krestezkaja Strotschka“.
    © Sputnik / Hans-Georg Schnaak
    In der Stickerei „Krestezkaja Strotschka“.

    Das nächste Ziel war ganz anderer Art: ein Besuch in einem Dorf der Altgläubigen. Das ist ein besonderer Menschenschlag. Das Wort Altgläubige ist eine Sammelbezeichnung für religiöse Strömungen und Gruppen innerhalb der russisch-orthodoxen Tradition, die sich seit etwa Mitte des 17. Jahrhunderts wegen der Reformierung der Großkirche von dieser getrennt haben.

    Ausführliche Schilderung des Alltags der Altgläubigen in vergangenen Jahrhunderten.
    © Sputnik / Hans-Georg Schnaak
    Ausführliche Schilderung des Alltags der Altgläubigen in vergangenen Jahrhunderten.

    Neben ausführlichen anschaulichen Schilderungen über das Alltagsleben, Sitten und Gebräuche der Altgläubigen in vergangenen Zeiten haben wir hier, in Ljakowo, auch nach „Hausfrauenart“ zu Mittag gegessen und Tee getrunken. Die Altgläubigen sind keine Sekte und wir haben hier auch keinen religiösen Fanatismus gespürt. Alles verlief in einer völlig ungezwungenen und freundlichen Atmosphäre.

    Unsere Infotour-Gruppe bei den Altgläubigen im Dorf Ljakowo.
    © Sputnik / Hans-Georg Schnaak
    Unsere Infotour-Gruppe bei den Altgläubigen im Dorf Ljakowo.

    Gegen 17:00 Uhr trafen wir im Hotel „Waldaiskij“ ein, das zum Nationalpark Waldai gehört. Vom Hotel aus konnten wir in der Ferne das 1653 gegründete herrliche Kloster von Waldai sehen, welches sich dem Hotel gegenüber auf einer Insel im Waldai-See befindet (auf dem Landweg über zwei Brücken sind es von hier etwa zehn Kilometer bis zu dem Kloster). In das Wort „herrliche“ schließe ich sowohl die Lage in der Landschaft als auch die faszinierende Architektur ein. Der Besuch des Klosters war allerdings erst für den nächsten Tag vorgesehen.

    Diesen Blick hat man vom Hotel „Waldaiskij“ zum Kloster Waldai auf einer Insel im Waldai-See.
    © Sputnik / Hans-Georg Schnaak
    Diesen Blick hat man vom Hotel „Waldaiskij“ zum Kloster Waldai auf einer Insel im Waldai-See.

    Im Hotel selbst gibt es auf fast einer ganzen Etage ein sehr umfangreiches Naturkundemuseum, das neben geschichtlichem auch viel Wissen über die heimische Landschaft sowie Flora und Fauna vermittelt.

    Wieviel Kilometer wir an diesem Tag zurückgelegt haben, weiß ich nicht, aber allein die direkte Straßenverbindung zwischen Welikij Nowgorod und Waldai beträgt 141 Kilometer.

    Der Zeitplan auch an diesem Tag wurde trotz der Fülle an Erlebnissen exakt und völlig stressfrei eingehalten.

    Der dritte Tag

    Dieser Tag stand ganz im Zeichen von Waldai und Umgebung. Was wir am Vortag im Naturkundemuseum gesehen haben, sollten wir nun, zumindest teilweise, live erleben. Wir sind zum Ausgangspunkt des 59 Kilometer langen „Großen Waldaier Wanderweges“ gefahren. Dieser Wanderweg führt durch beeindruckende Wälder, vorbei an kristallklaren Seen und durch sonstige Landschaften.

    Der Ausgangspunkt des 59 Kilometer langen „Großen Waldaier Wanderweges“.
    © Sputnik / Hans-Georg Schnaak
    Der Ausgangspunkt des 59 Kilometer langen „Großen Waldaier Wanderweges“.

    Wer den gesamten Weg, selbstverständlich zu Fuß, zurücklegen will, sollte dafür bis zu fünf Tage einplanen. Unterwegs gibt es einige Plätze, an denen man sein Zelt zum Übernachten aufstellen kann. Hier ist alles so perfekt organisiert, dass die einzelnen Touristengruppen so starten, dass sie sich nicht gegenseitig auf die Füße treten. Man ist unter sich und kann die Natur so richtig genießen. Für die Zukunft ist eine Erweiterung des Weges auf 160 Kilometer geplant. Es sind auch einige Stellen vorgesehen, zu denen man mit einem Auto an den Weg gelangen kann, wenn man nicht die ganze Strecke zu Fuß bewältigen will. Jedenfalls ist das hier Ökotourismus vom Feinsten.

    Wir haben allerdings nur den ersten Kilometer in Angriff genommen, mitten durch Hochwald, und die Natur sowie die herrliche Waldluft ausgiebig genossen.

    Noch nicht fertiggestellte Kirchenkapelle mitten in einem Hochwald am Großen Waldaier Wanderweg.
    © Sputnik / Hans-Georg Schnaak
    Noch nicht fertiggestellte Kirchenkapelle mitten in einem Hochwald am Großen Waldaier Wanderweg.

    Nach der Natur haben wir das Informationszentrum „Waldarai“ von „Rus Nowogorodskaja“ in der Stadt Waldai aufgesucht, hier Infos bekommen und dabei angenehm Mittag gegessen und Tee getrunken. Ist schon toll, was diese Organisation in der kurzen Zeit ihres Bestehens (zweieinhalb Jahre!) so alles auf die Beine gestellt hat. Der Name des Infozentrums „Waldarai“ ist übrigens ein Wortspiel – eine Zusammensetzung aus den Wörtern Waldai und Paradies (russ. Rai). Sehr zutreffend!

    Vor dem Infozentrum, in dem auch ein Filmmuseum entstehen soll (die Anfänge sind bereits vorhanden, denn in der Gegend wurden einige Spielfilme gedreht), befindet sich das symbolische größte Hufeisen von Russland (zur Erinnerung an den aussterbenden Beruf des Hufschmieds). Ebenfalls symbolisch sind auf dem Hufeisen viele kleine Glocken angebracht, denn die Glockengießerei war einst auch ein bedeutendes Handwerk in Waldai. Viele russische Kirchen haben ihre Glocken von hier.

    Est ist also völlig logisch, dass wir im Anschluss zwei Glockenmuseen von Waldai aufgesucht haben.

    Bei der Führung durch die Glockenmuseen von Waldai.
    © Sputnik / Hans-Georg Schnaak
    Bei der Führung durch die Glockenmuseen von Waldai.

    Um die Einmaligkeit der Erläuterungen der Museumsführerin zu verstehen, muss man schon in den Feinheiten der russischen Sprache bewandert sein. Kurzgefasst, einfach beeindruckend, wie theatralisch die Frau ihr Wissen weitergegeben hat.

    Bei Einbruch der Dunkelheit erreichten wir dann das Iwerski-Kloster von Waldai. Architektur teilweise aus dem 17. Jahrhundert. Das Wort „beeindruckend“ habe ich zwar schon öfter verwendet, aber auch hier ist es völlig zutreffend. Das Kloster auf einer Insel direkt am See gelegen, stellt ein erstaunlich schönes und sehenswertes Architekturensemble dar. Im Jahr 1927 geschlossen und in der UdSSR für die verschiedensten Einrichtungen genutzt, darunter als Werkstätten, Hospital, Schule, Sanatorium und Erholungsheim, wurde es 1991 wieder seiner ursprünglichen Bestimmung übergeben. Allerdings ist das Gelände, auch die Hauptkathedrale, für Besucher frei zugänglich.

    Die Uspenskij-Kathedrale (gebaut 1653-1655) im Iwerski-Kloster von Waldai.
    © Sputnik / Hans-Georg Schnaak
    Die Uspenskij-Kathedrale (gebaut 1653-1655) im Iwerski-Kloster von Waldai.

    Nach dem Besuch des Klosters wurden wir dann zum letzten Hotel unserer Infotour gebracht.  Das Hotel „Öko Klub Waldai“ ist ebenfalls an einem See gelegen, was wir wegen der Dunkelheit aber erst am nächsten Morgen, nach Sonnenaufgang sehen konnten. Auf dem Gelände des im Blockhausstil gehaltenen Hotels direkt am Wald gibt es auch einiges zu sehen. So auch ein Fahrzeugmuseum mit vielen alten Pkws aus UdSSR-Produktion. Wenn auch viele der Fahrzeuge eine Metalliclackierung haben, was so ganz und gar nicht dem Original entspricht, ist das schon eine tolle Sammlung. Vom Tschaika über den Pobeda und dem zweiten Modell des Wolga ist hier eine ganze Menge vertreten. Und wieder einmal: beeindruckend.

    Nach dem Abendessen hat unsere Gruppe noch ziemlich lange in dem anheimelnden Hotelrestaurant zusammengesessen. So viele Eindrücke hatten wir bereits auszutauschen…

    Ein alter Wolga mitten im Winterwald am Hotel.
    © Sputnik / Hans-Georg Schnaak
    Ein alter Wolga mitten im Winterwald am Hotel.

    Der vierte und letzte Tag

    Am nächsten Morgen konnten wir den See vor dem Hotel sehen. Neben dem Hotelgebäude selbst gab es noch einige Blockhäuser als Bungalows zur Unterbringung von Gästen zu entdecken, aber natürlich fehlen hier auch russische Saunas und ein riesiger beheizbarer Kessel im Freien zum Warmbaden nach der Sauna nicht. Eine wunderschöne Hotelanlage!

    Hotel „Öko Klub Waldai“.
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    Hotel „Öko Klub Waldai“.

    Wir hatten jedoch keine Zeit, all das zu genießen: Auch heute war wieder ein volles Programm angesagt.  Zunächst fuhren wir zur Siedlung Ljubytino, bei der sich ein altslawisches rekonstruiertes Dorf aus dem 10. Jahrhundert befindet. In dieser Gegend sind bei archäologischen Ausgrabungen die Spuren der ältesten Ansiedlungen im heutigen Gebiet Nowgorod gefunden worden. In dem Dorf kann man fast hautnah nachvollziehen, wie die Menschen hier damals gelebt hatten.

    Eine sehr interessante und kurzweilige Führung durch das altslawische Dorf.
    © Sputnik / Hans-Georg Schnaak
    Eine sehr interessante und kurzweilige Führung durch das altslawische Dorf.

    Auch wir selbst erhielten die Möglichkeit, uns Kleidung aus dem vergangenen Jahrtausend anzulegen. Da wir nur zwei Männer in unserer Gruppe waren, gab es keinen Streit um die beiden zur Verfügung stehenden Kettenhemden, von denen jedes zehn Kilo wog.

    Krieger aus längst vergangener Zeit. Im Bild rechts: Wadim Beriaschwili, ein Journalist und Blogger aus Welikij Nowgorod.
    © Foto : Alexej Maltschuk, das Foto hat die ANO „TO Rus Nowgorodskaja“ zur Verfügung gestellt
    Krieger aus längst vergangener Zeit. Im Bild rechts: Wadim Beriaschwili, ein Journalist und Blogger aus Welikij Nowgorod.

    Und weiter ging die Reise, zunächst zum Mittagessen in einer malerisch an einem Waldrand gelegenen Gaststätte. Ich erwähne das, um zu zeigen, dass die touristische Infrastruktur im ganzen Gebiet Nowgorod tatsächlich einiges zu bieten hat.

    Die Gaststätte Ljubytino-Chutor.
    © Sputnik / Hans-Georg Schnaak
    Die Gaststätte Ljubytino-Chutor.

    Den vorletzten Programmpunkt bildeten Dschigiten-Reiter auf ihren Pferden. Diese zeigten uns einiges von ihrem Können. Und auch wir durften uns einmal hoch zu Ross versuchen, allerdings ohne Kunstücke, sondern nur im gemütlichen Spazierritt. Wie ich hierbei feststellen musste, ist das sehr angenehm und nicht so unbequem wie auf dem Kamel, mit dem ich früher einmal in der Sahara geritten bin.

    Reitkunst auf einem Pferd.
    © Sputnik / Hans-Georg Schnaak
    Reitkunst auf einem Pferd.

    Von den Pferden stiegen wir wieder in unseren Kleinbus und fuhren in die Stadt Borowitschi, um noch ein interessantes Heimatgeschichte-Museum zu besichtigen und vor unserer Heimfahrt noch einmal gemeinsam Abendbrot zu essen und mit einem Glas Wein auf die gelungenen vergangenen vier Tage anzustoßen. Dabei galt unseren Reisebegleiterinnen von Rus Nowgorodskaja unser ganz besonderer Dank. Und nicht nur ich hatte das Gefühl, ich bin süchtig danach, mindestens noch einmal hierher zu kommen. Blieben nur noch der herzliche Abschied auf dem Bahnhof Okulowka, eine Minute zum Einsteigen in den Express-Zug und die zweieinhalbstündige Heimfahrt nach Moskau.

    *) Bei dem „Tourismusbüro Rus Nowgorodskaja“ handelt es sich um eine eigenständige nichtkommerzielle Organisation, deren Anliegen die Schaffung von Bedingungen für die Entwicklung des Tourismus im Gebiet Nowgorod mit der Gebietshauptstadt Welikij Nowgorod ist. Weitere Aufgaben sind die Unterstützung des Unternehmertums im Bereich Tourismus sowie das Gewinnen von Investitionen in die Tourismus-Infrastruktur des Gebietes. Getragen wird die Organisation von der Gebietsregierung Nowgorod, Kreisen des Gebietes, dem Stadtkreis Welikij Nowgorod sowie von der staatlichen Museumsvereinigung des Gebietes Nowgorod und dem staatlichen Nationalpark Waldai. 

    Die Generaldirektorin von „Tourismusbüro Rus Nowgorodskaja“, Prof. Dr. Natalja Omarowa, bei der internationalen Tourismusmesse „Mitt“ Anfang 2019 in Moskau mit den Geschäftsführern des Leipziger Reisebüros Paneurasia, Konstantin Ermisch und Eduard Klein.
    © Sputnik / Hans-Georg Schnaak
    Die Generaldirektorin von „Tourismusbüro Rus Nowgorodskaja“, Prof. Dr. Natalja Omarowa, bei der internationalen Tourismusmesse „Mitt“ Anfang 2019 in Moskau mit den Geschäftsführern des Leipziger Reisebüros Paneurasia, Konstantin Ermisch und Eduard Klein.

    Die Generaldirektorin von „Rus Nowgorodskaja“ ist Prof. Dr. Natalja Omarowa, eine sehr kompetente Frau, was auch die vielen Auszeichnungen auf dem Gebiet des Tourismus beweisen, welche die erst vor etwa zweieinhalb Jahren gegründete Organisation bei Tourismuswettbewerben in Russland (fast schon ständig) bekommt. Die jüngsten Auszeichnungen bekam Rus Nowgorodskaja am 17. November in Samara überreicht: den Grand Prix als bestes regionales Touristisches Informationszentrum in der Nominierung als Organisator von Touristischen Ereignissen sowie zwei Erste Preise in anderen Nominierungen. Da kann ich nur zustimmen, das habe ich ja nun selbst suchtgefährlich erlebt…  

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    Tags:
    Tourismus, Gebiet Nowgorod, Welikij Nowgorod, Russland