07:48 11 Dezember 2019
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    Ermittler vor dem Grünen Gewölbe in Dresden nach dem Raubüberfall am 25. November

    Nach Raub im Grünen Gewölbe: Vitrine ähnelt einem Schlachtfeld – Direktor

    © AP Photo / Sebastian Kahnert
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    Die Juwelendiebe im Dresdner Grünen Gewölbe haben einen erheblichen Sachschaden verursacht. Laut dem Direktor des berühmten Museums im Residenzschloss, Dirk Syndram, ähnelte die Vitrine nach dem Raub einem Schlachtfeld.

    Die Vitrine „zeigt ein Kampffeld“, sagte Syndram am Dienstag nach einem ersten Besuch im Juwelenzimmer.

    Sie habe drei Löcher. Die Einbrecher hatten am Montagmorgen mit einer Axt auf das Sicherheitsglas eingeschlagen und versucht, die Vitrine aufzubrechen. Dabei konnten sie von einer Überwachungskamera aufgenommen werden. Die gute Nachricht dabei sei, dass die Einbrecher weniger Beute gemacht haben als befürchtet.

    „Von der Brillantgarnitur sind sehr wichtige Schmuckstücke herausgenommen worden“, sagte der 64-Jährige.

    Dazu gehöre die Epaulette, eine Achselklappe mit dem „Sächsischen Weißen“. Aber der zahlenmäßig größere Teil der Garnitur wie Schuhschnallen und Knöpfe sei noch da.

    Der brillante Hofdegen sei nicht in Reichweite der Diebe gewesen und auch die beiden Perlenketten der Königin blieben verschont, darunter „die unschätzbar wertvolle mit sächsischen Süßwasserperlen“.

    Bei der Sammlung der Diamanten der Königin fehlen laut Syndram die Große Brustschleife und das Collier, „aber die kleineren Teile sind da“. Die Diamantrautengarnitur sei weitgehend weg, die Steine allein seien aber wertlos.

    „Die Diamantrauten markieren einen Schliff, der im 16. und 17. Jahrhundert beliebt war und dann nicht mehr“, erklärte Syndram.

    „Die können nicht so umgeschliffen werden, das wissen auch die Diebe.“

    Diese Stücke seien kulturell höchst bedeutend, hätten ansonsten nur Materialwert.

    Von den zehn wichtigen Schmuckstücken, die auf einer am Montag veröffentlichten Verlustliste standen, seien zwei doch nicht gestohlen.

    „Der große Ordensstern ist abgestürzt und verbeult“, sagte Syndram. „Das lässt sich alles wieder hinbekommen.“

    Raub in Dresdner Schatzkammer

    Bei dem spektakulären Raub in der Dresdner Schatzkammer Grünes Gewölbe wurden in der Nacht auf den 25. November drei Juwelengarnituren entwendet. Insgesamt sollen 100 Objekte betroffen sein. Ihr Wert ist kaum abzuschätzen, eigentlich unbezahlbar. Die Polizei geht aktuell von zwei Tatverdächtigen aus, die auf der Flucht sind.

    Der gesamte Raub soll nur wenige Minuten gedauert haben, was auf eine sehr gut vorbereitete Aktion hindeutet. Die Täter zerstörten ein Fenstergitter, stiegen durch das Fenster in die Schatzkammer ein, gingen zielsicher auf eine Vitrine zu und zertrümmerten mit einer Axt das Sicherheitsglas. Später veröffentlichte die Polizei auch das Überwachungsvideo, das den Einbruch zeigen soll.

    In einer Sputnik-Fotostrecke sind unbezahlbare Exponate und berühmte Besucher der Ausstellung in Dresden zu sehen.

    SB/ng/dpa

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