16:50 10 Dezember 2019
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    Polizeikontrolle im Frankfurter Flughafen (Archivbild)

    Abgeschobener Clan-Chef Miri will zurück nach Deutschland

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    Ibrahim Miri will erneut nach Deutschland zurückkehren, sobald er das Geld dafür hat. Der am Samstag abgeschobene libanesische Clan-Chef erhebt nun laut der „Süddeutschen Zeitung“ und dem NDR Vorwürfe gegen die deutschen Behörden.

    Er ist gerade zum zweiten Mal innerhalb eines halben Jahres abgeschoben worden. Beim ersten Mal tauchte er 111 Tage später trotz bestehender siebenjähriger Einreisesperre wieder in Bremen auf.

    In einem Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“ und dem NDR sagt Miri,  dass er, wenn er genug Geld hätte, sofort wieder nach Deutschland aufbrechen würde. Außerdem äußert Miri Zweifel daran, dss die Dokumente, die seine Rückführung in den Libanon in der vergangenen Woche ermöglicht hatten, echt seien.

    „Ich glaube, diese Papiere wurden gefälscht. Und es ist viel Geld geflossen an die libanesischen Behörden, die mich hier aufgenommen haben.“

    Das Bundesinnenministerium dementierte gegenüber dem NDR eine Fälschung.

    „Ich bin kein Monster”

    Nach eigenen Worten ist Miri in Libanon in Gefahr – zwei Familien würden ihn bedrohen, er traue sich nicht aus dem Haus.

    „Ich habe damit gerechnet, dass die deutschen Behörden sich querstellen werden. Aber dass sie so auf mich losgehen, als ob ich der schlimmste Verbrecher wäre – habe ich nicht erwartet“, sagt Miri weiter über seine Abschiebung.

    Miri, der im Laufe seiner Verbrecherkarriere in Deutschland neunzehnmal rechtskräftig verurteilt worden war (unter anderem wegen bandenmäßigen Drogenhandels), beteuert jetzt: „Ich bin kein Monster. Ich bin ein normaler Mensch.“ Er habe seiner kriminellen Vergangenheit den Rücken gekehrt.

    Gleichzeitig sagt er aber auch, in einem Konflikt Gewalt anzuwenden sei für ihn okay – wenn auch nur als „letzte Lösung“: „Als Erstes kommt bei mir Reden.“

    Clan-Chef Miri

    Miri kam als Kind nach Berlin. Er ist ein so genannter Mhallami-Kurde. Die werden traditionell eigentlich in der südlichen Türkei verortet, siedelten sich aber irgendwann im Libanon an. Das Chaos des dortigen Bürgerkrieges in den 1970er Jahren vertrieb auch Angehörige des Miri-Clans nach Deutschland. Vor allem Berlin und Bremen wurden die Hochburgen dieser Großfamilie, deren Größenschätzungen zwischen 2500 und 3000 Angehörigen schwanken. Die einzige Konstante ist der hohe Anteil von Schwerstkriminellen in dieser Sippe. Gegen mehr als 1200 Angehörige des Miri-Clans haben deutsche Strafverfolgungsbehörden schon ermittelt. Die Liste der Delikte ist lang. Die Rücksichtslosigkeit, Brutalität und Dreistigkeit dieses Clans ist berüchtigt.

    sm/gs

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    Tags:
    Polizei, Deutschland, Ibrahim Miri