17:46 10 Dezember 2019
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    Die Waffen, die die Neonazis bei sich versteckten

    Razzia in Italien: „Hitlers Oberscharführer“ rekrutierte Mitglieder

    © REUTERS / POLIZIA DI STATO/ Handout
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    Die italienische Polizei hat die Wohnungen von 19 verdächtigen Personen durchsucht und dabei Waffen, faschistische Memorabilien und Nazi-Embleme wie Bücher über Adolf Hitler beschlagnahmt. Die Verdächtigen planten die Gründung einer fremdenfeindlichen und antisemitischen Partei mit dem Namen „Italienische Nationalsozialistische Arbeiterpartei“.

    Die Mitglieder waren überall in Italien vertreten – von Milan bis Kalabrien, schrieb die italienische Zeitung „Corriere della Sera“ am Donnerstag. So war einer der Menschen, deren Wohnungen durchsucht wurden, ein ehemaliger Gefängnisinsasse und soll auch ein Mitglied der kalabrischen Mafia 'Ndrangheta sein. Diese gilt als die mächtigste Mafia-Organisation Italiens. Der Mann hatte auch Verbindungen zu der rechtsgerichteten Gruppe „Forza Nuova“.

     „Hitlers Oberscharführer“

    Außerdem ist unter den Verdächtigen eine Frau, die angeblich an der Spitze der Organisation stand und sich „Hitlers Oberscharführer“ nennen ließ. Nach Angaben der „Corriere della Sera“ hatte die Frau die Aufgabe, Mitglieder für die geplante Partei in den sozialen Medien zu werben. Sie soll außerdem in der italienischen Region Veneto an rechten Demonstrationen teilgenommen haben. In ihrem Haus fanden die Ermittler Propagandamaterial, Banner mit Hakenkreuzen, Nazifahnen und andere antisemitische Logos. Ihre Familie sei sich nach den Angaben der Frau der politischen Tätigkeit des „Oberscharführers“ und der Leidenschaft für Hitler nicht bewusst gewesen.

    Neonazis in der ungarischen Hauptstadt Budapest (Archiv)
    © AP Photo / MTI/ Szilard Koszticsak

    Unter den Mitgliedern war auch eine 26-jährige Frau, die im vergangenen Sommer den Titel „Miss Hitler“ in einem Internet-Wettbewerb gewonnen hatte. Sie soll gemäß der Zeitung im vergangenen Sommer als Sprecherin an einer Konferenz von Rechtsextremen in Lissabon teilgenommen haben. Ziel dieses Gipfels soll es gewesen sein, ein transnationales Bündnis zwischen den nationalsozialistischen Bewegungen Portugals, Italiens, Frankreichs und Spaniens zu schließen.

    Dies war aber nicht der erste Versuch, sich internationale Partner zuzulegen. Die Gruppe soll Kontakte zu anderen rechtsradikalen Organisationen, wie die englische „Combat 18“ und die portugiesische „Nova Ordem“, gepflegt haben.

    dg/gs

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    Tags:
    Adolf Hitler, England, Portugal, Waffen, Italien, Neonazis