17:29 10 Dezember 2019
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    Einziges Tesla-Taxi in Berlin zieht den Stecker

    © AP Photo / Markus Schreiber
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    Martin Doll ist Berlins einziger Taxifahrer mit einem E-Auto. Eigentlich eine gute Sache im Hinblick auf die Mobilitätswende. Doch steigende Strompreise und dauernd besetzte Ladesäulen machen ihm das Leben schwer. Ende Dezember soll Schluss sein – dann will er von seinem Tesla auf einen Hybrid umsteigen. Das berichtet die Deutsche Presse-Agentur.

    Martin Doll ist seit 30 Jahren Taxifahrer in Berlin. 2016 entschloss er sich, auf ein E-Auto umzusteigen. Das Fahrzeug mietet er und zahlt dafür einen dreistelligen Betrag. In diesem Jahr sei er als einziger Taxifahrer von rund 8000 auf den Berliner Straßen mit einem Elektroauto unterwegs gewesen, sagte Doll. Der Taxiverband bestätigte dies.

    Allerdings musste er schnell feststellen, dass man als Berlins einziger Taxifahrer mit E-Auto so seine Schwierigkeiten hat. Zum Beispiel die ständig besetzen Ladesäulen.

    In der Hauptstadt sind Tesla-Fahrzeuge mittlerweile keine Seltenheit mehr. Das bekommt auch Doll zu spüren, wenn er jeden zweiten Tag nach einer freien Ladesäule sucht. Doch diese seien oft besetzt, so der gebürtige Schwabe.

    Vor allem Carsharing-Unternehmen würden ihre E-Autos oft aufladen. Das eigentliche Problem seien aber Fahrzeuge, die dort abgestellt, aber nicht geladen würden. Dabei gebe es allein in seiner Gegend fünf Ladesäulen. Übrigens dauert das Aufladen ungefähr acht Stunden. Das reicht für 300 bis 400 Kilometer.

    Doll führt einen Schnellade-Adapter mit sich. So könne er nach eigenen Angaben Strom für eine Schicht von rund 200 Kilometern tanken.

    Doch das größte Ärgernis für den Tesla-Taxifahrer sind die stark gestiegenen Strompreise. Früher habe er für einen kompletten Ladevorgang sechs Euro gezahlt, jetzt seien es bereits 35 Euro. Da mache man sich schon Gedanken, auf ein anderes Fahrzeug umzusteigen.

    Und das will Doll ab 2020 auch machen. Die Schwierigkeiten sind für ihn kein Grund zum Aufgeben: Seine Taxi-Karriere in Berlin werde er fortsetzen und dem Elektroantrieb zumindest noch eine Teilchance geben. Doll will jetzt auf ein Hybridfahrzeug umsteigen.

    Keine Entsorgung für Tesla-Wrack

    Ein Verkehrsunfall hatte einem Tesla-Besitzer in Österreich unerwartete Kopfschmerzen bereitet. Anfang Oktober war der Besitzer des ausgebrannten E-Autos, Dominik Freymuth, nach eigenen Angaben von der Straße abgekommen und gegen einen Baum gekracht. Kurze Zeit später ging das Auto in Flammen auf. Freimuth konnte sich retten und lag zwei Wochen im Spital.

    Nach dem Verkehrsunfall hatte sich das Wrack des Elekroautos mehr als fünf Wochen später immer noch bei dem Abschleppunternehmen „Greiderer“ in Walchsee (Bundesland Tirol) befunden – niemand wollte die 600 Kilogramm schwere Lithium-Batterie des Wagens entsorgen.

    Das Unternehmen Greiderer hatte versucht, die Entsorgungsmöglichkeiten der gefährlichen Lithium-Batterie mit dem Unternehmen Tesla zu klären. Es stellte sich aber heraus, dass der offizielle Entsorgungspartner in Österreich gar nicht zugelassen war, andere heimische Entsorgungsbetriebe hatten dankend abgelehnt. Tesla versprach allerdings, Experten aus Holland zu schicken, die die Batterie entladen sollen.

    mka/ae

     

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    Tags:
    Taxi, Mobilität, Tesla