16:41 10 Dezember 2019
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    Anti-Terror-Einheit der britischen Polizei

    Terrorist in London überwältigt: Einer der gefeierten Helden soll Frauenmörder sein

    © AP Photo / Kirsty Wigglesworth
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    Einen Tag nach der Messerattacke mit zwei Toten in London wendet sich die Bevölkerung  den Männern zu, die den Angreifer stoppten. Sie werden als Helden gefeiert. Das Brisante: Einer von ihnen soll ein verurteilter Frauenmörder sein.

    Auf mehreren Videos war zu sehen, wie mehrere Passanten mit ihrem mutigen Einsatz den 28-jährigen Terroristen Usman Khan gemeinsam überwältigten, bevor die Polizei eintraf. Khan begann seine Attacke offenbar in der Fishmonger's Hall. Dort fand eine Veranstaltung eines Resozialisierungsprogramms für Ex-Häftlinge statt.

    ​Der 42-jährige James Ford war einer der Männer, die den Täter überwältigten. Doch nach Angaben der Zeitung „Daily Mail“ ist Ford ein verurteilter Mörder, der 2003 eine damals 21-jährige geistig behinderte Frau umgebracht hatte. Die junge Frau wurde mit einer tödlichen Schnittwunde am Hals aufgefunden.

    Ford wurde laut dem Blatt ein Jahr später zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Am Freitag hatte er Freigang und war deshalb zur Stelle, als der Messer-Angreifer auf Passanten losging.  

    Der Messerangriff

    Am Freitag war es auf der London Bridge zu einer Messerattacke gekommen. Der Chef der britischen Anti-Terror-Polizei Basu bestätigte, dass bei dem Angriff zwei Menschen, ein Mann und eine Frau, ihr Leben verloren hatten. Drei weitere wurden verletzt und liegen im Krankenhaus.

    Wenig später erschoss die Polizei den Angreifer, der vor einem Jahr vorzeitig aus der Haft entlassen wurde. Er hat eine Bombenweste am Körper getragen, die sich jedoch als Attrappe herausstellte.

    Nach Angaben der britischen Zeitung „The Guardian“ war Khan Teil einer Gruppe von neun Extremisten. Er wollte auf dem Grundstück seiner Familie in Kaschmir eine „terroristische Militärausbildungsstätte“ errichten. Außerdem war er in das Vorhaben verwickelt, unter anderem die Londoner Börse und das Haus des damaligen Londoner Bürgermeisters Boris Johnson mit Bomben zu sprengen. Bei seiner Verurteilung hieß es ursprünglich, dass Khan nie freigelassen werden dürfte, es sei denn, er stelle keine Bedrohung mehr dar, aber diese Bedingung wurde später fallengelassen.

    sm/ae

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    Tags:
    Messerattacke, Helden, Terrorist, London Bridge