16:42 10 Dezember 2019
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    EU-Flagge vor dem EU-Kommission-Hauptstandort

    EU-Kartellamt untersucht Googles Umgang mit Daten

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    Das EU-Kartellamt will genauer untersuchen, wie Google mit Daten umgeht. Vor allem wird geprüft, wie und zu welchem Zweck das Tech-Unternehmen Daten sammelt, hieß es in einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf die EU-Kommission.

    „Die Kommission hat im Rahmen einer vorläufigen Untersuchung der Praktiken von Google in Bezug auf die Erhebung und Verwendung von Daten Fragebögen verschickt. Die vorläufige Untersuchung läuft noch“, zitierte Reuters die Nachricht der Kommission.

    In dem Dokument, das der Agentur vorlag, heißt es, dass die EU sich hauptsächlich auf  das Sammeln von Daten im Zusammenhang mit lokalen Suchdiensten, Online-Werbung, Anmeldediensten, Webbrowsern und anderen Diensten fokussieren wird.

    Zuvor hatte die Nachrichtenagentur berichtet, dass das EU-Kartellamt einen Fragebogen an verschiedene Unternehmen verschickte. Besonders interessiert sei die EU dabei an den Daten, die Google einsammelt, wie das Unternehmen sie nutzt und wie es den Wert von Daten einstuft. Außerdem wurde gefragt, ob Google sich jemals geweigert hat, Daten zur Verfügung zu stellen, und wie sich das auf die Unternehmen auswirkte. Sie bekamen einen Monat Zeit, um den Fragebogen auszufüllen und zurückzuschicken.

    In den letzten zwei Jahren hatte die EU-Kommission Google Geldbußen in Höhe von mehr als acht Milliarden Euro auferlegt und angeordnet, seine Geschäftspraktiken zu ändern.

    Google antwortete auf die Ankündigung des Kartellamtes, dass die Firma die Daten nutzt, um ihre Dienste zu verbessern. Nutzer könnten ihre Daten jederzeit verwalten, löschen und übertragen.

    Kartell-Verfahren nicht nur in der EU

    Google hat nicht nur mit den Ermittlungen der EU Probleme, denn die US-amerikanischen Justizminister planen auch die Praktiken der Firma genau unter die Lupe zu nehmen. Bei ihrem Kartell-Verfahren planten sie außerdem den Suchdienst und das Android-Betriebssystem miteinzubeziehen. Google kommentierte, dass es bei der Untersuchung der Justizminister kooperieren werde.

    Projekt „Nachtigall“

    Das Online-Unternehmen war schon wegen seiner Datensammel-Praxis wiederholt in Schwierigkeiten geraten. Zuletzt war es durch das Projekt „Nachtigall“ aufgefallen. Damals hatte Google mit Hilfe eines der größten Gesundheitssysteme der Vereinigten Staaten Millionen medizinischer Daten aus insgesamt 21 US-Bundesstaaten gesammelt. Es analysierte Laborergebnisse, Arztdiagnosen und Aufzeichnungen über Krankenhausaufenthalte und speiste sie in eine Software ein, die Änderungen bei der Patientenpflege vorschlagen könnte.

    dg/sb

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    Tags:
    Datenschutz, Daten, Google, EU-Kommission