14:27 14 Dezember 2019
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    Unterstützer mit dem Bild des Wikileaks-Gründers Julian Assange in London (Archiv)

    Medien: CIA ließ Assange in Ecuadors Botschaft belauschen – Russen im Visier

    © AP Photo / Frank Augstein
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    Eine Sicherheitsfirma soll Berichten zufolge den Gründer der Enthüllungsplattform Wikileaks, Julian Assange, während seines jahrelangen Asyls in der ecuadorianischen Botschaft in London belauscht und die Daten an den US-Geheimdienst CIA weitergegeben haben. Besondere Aufmerksamkeit soll dabei Besuchern aus Russland gegolten haben.

    Die spanische Sicherheitsfirma UC Global S. L. soll bis 2018 Ton- und Videoaufnahmen von Treffen Assanges mit seinen Anwälten, Besuchern, Botschaftsmitarbeitern und Ärzten weitergegeben haben, berichtet die „Frankfurter Allgemeine“ und beruft sich dabei auf „El País“ und deutsche Sender.

    Den Angaben zufolge wurden versteckte Mikrofone angebracht und elektronische Geräte zerlegt. In E-Mails des Unternehmens sei die Rede davon, die Tonqualität der Mitschnitte zu verbessern und einen sicheren Livestream einzurichten. 

    Besonderes Augenmerk soll die CIA auf Besucher aus Russland und Amerika gelegt haben. Aufzeichnungen existieren laut „El País“ von der Schauspielerin Pamela Anderson sowie bekannten Journalisten wie dem Pulitzer-Preisträger Lowell Bergman.

    Auch dem deutschen Hacker Andy Müller-Maguhn galt ein gesteigertes Interesse. So seien der Inhalt seiner Reisetasche und die Seriennummern seiner Mobiltelefone und Kameras fotografiert worden. Vom Ausspähen des weltbekannten Whistleblowers sollen auch drei Mitarbeiter des NDR betroffen sein. Der Sender erstattete Strafanzeige, nachdem NDR und WDR entsprechende Hinweise vorlagen.

    Die Sicherheitsfirma weist die Vorwürfe zurück. Dennoch begann der Oberste Strafgerichtshof in Madrid eine Untersuchung. Der Chef der Firma, David Morales, wurde zeitweise festgenommen. Assange verbüßt in London eine Freiheitsstrafe. 2020 soll über eine Auslieferung an die Vereinigten Staaten entschieden werden, wo ihm lebenslange Haft droht.

    leo/sb

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    Tags:
    Spanien, London, Julian Assange