14:07 16 Dezember 2019
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    Unterricht in einer deutschen Schule (Archivbild)

    Pisa-Studie: Deutsche Schüler werden schlechter – doch immer noch besser als der Durchschnitt

    © AFP 2019 / JEAN-CHRISTOPHE VERHAEGEN
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    Nach mehrjährigem Aufwärtstrend bis 2013 hat sich die Leistung deutscher Schüler in Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften laut der internationalen Pisa-Studie leicht verschlechtert. Dennoch sind ihre Leistungen weiterhin überdurchschnittlich.

    Deutsche Schüler erzielten in drei Bereichen der Vergleichsstudie jeweils etwas weniger Punkte als bei der vorherigen Untersuchung, die 2016 veröffentlicht wurde. Auch damals waren die Werte in zwei Bereichen gesunken.

    Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) wies bei der Vorlage der Zahlen am Dienstag in Berlin aber auch darauf hin, dass die deutschen Schüler leistungsmäßig weiterhin über dem OECD-Durchschnitt und damit auf einem guten Niveau lägen. In Mathematik und Naturwissenschaften sei Deutschland sogar deutlich besser als der Durchschnitt der OECD-Länder. Der Abstand zur Spitzengruppe in Europa und Asien mit Singapur, Hongkong, Japan, Estland, Kanada und Finnland bleibt dennoch groß.

    Einer der Faktoren für den Leistungsrückgang könnte laut der OECD die Flüchtlingskrise sein. Der Anteil von Schülern „mit eigener Migrationserfahrung“ sei seit der letzten Pisa-Erhebung deutlich gestiegen, und deren Integration in das Bildungssystem sei eine große Herausforderung.

    So erreichten deutsche Schüler im Bereich Lesen einen Punktwert von 498, in Mathe 500 und in Naturwissenschaften 503. Die Spitzenländer kamen dagegen auf Werte zwischen 550 und 590, Länder am Ende der Skala wie die Dominikanische Republik oder die Philippinen auf Werte zwischen 325 und 340.

    Wenn man die Ergebnisse der aktuellen Studie mit dem Schwerpunkt Lesen mit der letzten Schwerpunktstudie Lesen, die 2010 veröffentlicht wurde, vergleicht, erreichen die 15-Jährigen in Deutschland heute ähnliche Ergebnisse. Dabei schnitten die Mädchen bei der Lesekompetenz deutlich besser ab als die Jungen. In Mathe sind die Jungen vorne. Bei den Naturwissenschaften gibt es keine Unterschiede.

    Bedenklich ist, dass jeder fünfte 15-Jährige beim Lesen nur ein geringes Leistungsniveau erreicht. Auch in Mathematik und Naturwissenschaften liegt der Anteil der leistungsschwachen Schüler bei rund 20 Prozent.

    Lesen als liebstes Hobby gab bei der Abfrage nur jeder Vierte an. Mehr Schüler (34 Prozent) sagten dagegen, für sie sei Lesen Zeitverschwendung.

    Die Pisa-Studie ist die größte internationale Schulleistungsvergleichsstudie. Dieses Mal nahmen rund 600 000 Schülerinnen und Schüler aus 79 Ländern teil, in Deutschland waren es knapp 5500.

    om/ip/dpa

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    Leistung, Schüler, Deutschland, Studie, Pisa