18:51 29 November 2020
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    Die Polizei von Hongkong hat bei einer Razzia elf Menschen festgenommen. Die Ordnungshüter durchsuchten kurz darauf drei Häuser und beschlagnahmten Waffen, darunter eine Pistole. Die Festnahme und die Beschlagnahme fanden vor den in der Stadt geplanten Massenprotesten statt. Dies berichtete die Hongkonger Polizei am Sonntag auf ihrer Facebookseite.

    „Heute Morgen hat die Polizei eine Operation durchgeführt und acht Männer sowie drei Frauen verhaftet (…).Eine große Menge an Waffen, unter anderem eine Schusswaffe und mehr als hundert Patronen wurden beschlagnahmt. Die Sicherheitsdienste haben vermutet, dass die Gruppe plante, die Waffen bei den heutigen Protesten zu benutzen und die Polizei in Verruf zu bringen“, teilte die Hongkonger Polizei auf Facebook mit.

    Die Menschen seien wegen Waffenbesitzes ohne Waffenschein, Besitz von gefährlichen Gütern, Besitz von verbotenen Waffen und ungesetzlicher Versammlung verhaftet worden.

    Erstmals seit Beginn der Proteste Schusswaffe beschlagnahmt

    Der öffentlich-rechtliche Sender RTHK verwies darauf, dass es sich bei der beschlagnahmten Waffe um eine  halbautomatische Glock-Pistole und 105 Patronen gehandelt habe. Laut RTHK waren drei von fünf Pistolenmagazinen mit Munition geladen. Die kriminaltechnische Untersuchung habe ergeben, dass die Pistole in einem guten Zustand war. Das sei die erste Schusswaffe gewesen, welche die Polizei seit Beginn der Proteste vor einem halben Jahr beschlagnahmt habe. Außerdem seien Schlagstöcke, Säbel, Messer, Pfefferspray und zwei Schutzwesten konfisziert worden.

    Teil einer „radikalen Gruppe“

    Nach den Worten eines Polizeisprechers gehörten einige der Verhafteten einer „radikalen Gruppe“ an, die Ende Oktober angeblich ein Polizeirevier im Stadtteil Mongkok mit „Molotow-Cocktails“ beworfen hat.

    In der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong dauern seit Juni Massenproteste an, die mit der Änderung des Auslieferungsgesetzes begonnen hatten. Mit den Änderungen sollte eine Auslieferung von verdächtigen Personen aus Hongkong nach China erlaubt werden. Die Protestbewegung fasst einen wachsenden Einfluss Chinas als gefährdenden Faktor auf und fordert allgemeine Freiheiten. Nach massiven Protesten machten die Behörden von Hongkong Zugeständnisse. Anfang Oktober wurde das Gesetz zurückgezogen. Die Proteste lassen allerdings nicht nach: Zwar ist die Zahl der Demonstrierenden zurückgegangen, die Proteste an sich sind jedoch erbitterter geworden. Seit Anfang Juni wurden mehr als 900 Demonstrationen, Aufmärsche und Protestaktionen durchgeführt. Die Hongkonger Polizei hat seit Beginn der Proteste mehr als 5800 Menschen festgenommen, 932 Demonstranten wurden nach verschiedenen Paragraphen angeklagt.

    dg/gs

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    Tags:
    Massenproteste, Hongkong