02:05 02 Juni 2020
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    Ein Kampfjet der Libyschen Nationalarmee (LNA) um den General Chalifa Haftar ist nach Abschluss einer Kampfmission über einem feindlichen Gebiet abgestürzt. Laut dem Generalstab der LNA hat sich der Pilot per Schleudersitz katapultiert und befindet sich derzeit in Gefangenschaft.

    Am Samstag gab die von Fayiz as-Sarradsch angeführte Regierung der Nationalen  Einheit (GNA) bekannt, dass die von ihr kontrollierten Streitkräfte einen Kampfjet der Haftar-Armee südlich der Hauptstadt Tripolis abgeschossen hätten. Als Beweis dafür sollen sie Fotos der brennenden Trümmer des Flugzeugs veröffentlicht haben.

    Als Reaktion darauf teilte der von Haftar angeführte LNA-Stab mit, dass die Ursache des Absturzes eine technische Störung gewesen sei. Daher sei der Pilot gezwungen gewesen, sich auf feindliches Territorium zu katapultieren. Derzeit werde der Gefangene „unter Verstoß gegen die Genfer Konvention misshandelt“, heißt es in der Erklärung des Generalstabs, die am Sonntag veröffentlicht wurde.

    „Der Generalstab der LNA verlor am Samstagabend nach Abschluss einer Kampfmission den Kontakt zu einem der MiG-23-Kampfjets ... Bald darauf wurde der Pilot in der Stadt Sawija von Terroristen gefangen genommen“, so die Erklärung.

    Nach Angaben des Einsatzkommandos der LNA-Streitkräfte appellierte der Generalstab auch an die Ältesten der Sawija-Stämme mit der Bitte sich einzumischen.

    Offensive zur „Befreiung von Terroristen“ und Gegenoperation „Vulkan des Zorns“

    Der Oberbefehlshaber der östlichen Libyschen Nationalarmee (LNA), Khalifa Haftar, hatte am 4. April seinen Kräften befohlen, eine Offensive auf Tripolis zur „Befreiung von Terroristen“ zu starten. Die der Regierung der Nationalen Einheit in Tripolis treuen Kampfformierungen hatten den Beginn der Gegenoperation „Vulkan des Zorns“ angekündigt. Im Ergebnis der über drei Monate andauernden Kämpfe bei Tripolis sind nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) fast 1050 Menschen getötet und mehr als 5500 verletzt worden.

    In Libyen herrscht seit dem Sturz von Staatschef Muammar Gaddafi im Jahr 2011 Chaos. Libyen funktioniert nicht mehr als ein einheitlicher Staat. In der ostlibyschen Stadt Tobruk sitzt ein vom Volk gewähltes Parlament, während die Nationale Einheitsregierung unter Ministerpräsident Fajez Sarradsch in der Hauptstadt Tripolis im Westen des Landes ihren Sitz hat. Die Einheitsregierung wurde mit Unterstützung der Uno und der EU gebildet. Die Behörden im östlichen Teil des Landes handeln unabhängig von Tripolis und kooperieren mit der Libyschen Nationalarmee.

    sm/gs

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    Tags:
    MiG-23, Kampfjet