06:13 22 Januar 2020
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    Die umstrittene ukrainische Internetseite „Myrotvorets“, die sogenannte „Feinde der Ukraine“ verfolgen sollte, wird vom Netz genommen. Wurde der Druck von internationalen Protesten zu groß?

    „Heute, am 10. Dezember 2019, um 18:00 Uhr, werden wir auf Grund einiger objektiver Umstände die Server des Myrotvorets (übersetzt aus dem Ukrainischen: Friedensstifter – Anm. d. Red.) vollständig herunterfahren, nämlich die Website myrotvorets.center und alle ihre Spiegel-Versionen“, heißt es in einer Mitteilung. „Myrotvorets“ zufolge werde der Zugriff auf die Daten vorübergehend nur für bestimmte Kategorien von Benutzern auf einer bestimmten geschlossenen Ressource bereitgestellt. Alle anderen Projekte des „Zentrums“ sollen weiterhin offen und zugänglich bleiben.

    Der Autor der Wochenzeitung „der Freitag“, Ulrich Heyden, geht davon aus, dass die Kritik von Journalisten, Oppositionellen, demokratischen und linken Politikern an „Myrotvorets“ ein solches Ausmaß erreicht habe, „dass die Website für Präsident Wolodymyr Selenski zur Belastung wurde und das internationale Image der Ukraine schädigte“.

    Die Website ist bekannt für skandalöse Veröffentlichungen: Auf Listen, die dort veröffentlicht wurden, fanden sich Namen und Kontakte von hunderten Journalisten, Künstlern und Politikern, die in die international nicht anerkannten Volksrepubliken Donezk (DNR) und Lugansk (LNR) oder in die Krim eingereist waren. Die Menschen wurden auf dem Portal als „Volksverräter" bezeichnet. Einige von ihnen erhielten Drohungen.

    Heyden zufolge forderte die Seite „Myrotvorets“ mindestens ein Todesopfer. Kurz nachdem der Name des Kiewer Schriftstellers und Journalisten Oles Busina im Apri 2015 auf „Myrotvorets“ erschienen war, soll dieser von ukrainischen Rechtsradikalen erschossen worden sein, vermutet der deutsche Journalist.

    Die damalige OSZE-Beauftragte für Medienfreiheit, Dunja Mijatović, nannte die Veröffentlichung „einen alarmierenden Schritt, der die Sicherheit von Journalisten weiter gefährden könnte“. Die Aktionen der Eigentümer der Website wurden von der offiziellen Vertreterin des russischen Außenministeriums Maria Sacharowa kritisiert. Sie nannte die Veröffentlichung „einen direkten Aufruf zur Repression gegen Journalisten“.

    In einem Offenen Brief fragte Andrej Hunko, Abgeordneter der Linkspartei im deutschen Bundestag, den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenski, welche Schritte er gegen die Website und zur Freilassung politischer Gefangener in der Ukraine einzuleiten gedenke.

    pal/sna

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    Tags:
    Ukraine, Internetportal Mirotworez, Webseite "Mirotworez", Mirotworez, OSZE