18:38 18 Januar 2020
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    Die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg hat am Mittwoch beim Weltklimagipfel in Madrid die Regierungsvertreter wohlhabender Staaten für ihr Nichthandeln im Kampf gegen den Klimawandel heftig kritisiert.

    Die Versprechen zur Reduzierung der Treibhausgas-Emissionen seien nicht genug, die Verhandlungen rund um das Thema führten die Öffentlichkeit in die Irre, meinte sie.

    Keine Führung, sondern Irreführung

    Die größte Gefahr sei, so die 16-Jährige, wenn die Politiker es so aussehen ließen, als ob sie handeln würden. In Wirklichkeit würde aber fast nichts außer „geschickter Buchhaltung und PR” getan, bemängelte sie.

    Obwohl es bei der Konferenz um Lösungen gehen solle, versuche man, Schlupflöcher für Staaten zu finden, damit sie ihre Emissionen nicht senken müssen.

    Die reichen Staaten seien aber Verpflichtungen zur Senkung eingegangen und hätten angekündigt, die Emissionen bis dann und dann zu senken und das Ziel der Klimaneutralität zu erreichen. Thunberg ergänzte zugleich, dass die derzeitigen Bemühungen nicht reichen würden.

    „Das ist nicht Führung, das ist Irreführung“, betonte die Schwedin.

    Alarmierende Zahlen

    Die Reduzierung sei enorm wichtig, dafür sprechen die deutlichen Zahlen. Zumal die 100 größten Unternehmen für 71 Prozent der weltweiten Treibhausgas-Emissionen verantwortlich seien, bei den G-20-Ländern seien das 80 Prozent. Und mehr noch: Auf das reichste Zehntel der Menschheit entfalle die Hälfte der Treibhausgase. Seit das Pariser Abkommen 2015 ins Leben gerufen worden sei, hätten globale Banken 1,9 Billionen Dollar in fossile Energien investiert.

    „Das ist meine Botschaft: Wie können Sie auf diese Zahlen reagieren, ohne auch nur ein bisschen Panik zu haben? Wie könnt ihr nicht wenigstens ein bisschen sauer werden, wenn sich nichts ändert?“, appellierte sie an ihre Zuhörer.

    „Entscheidendes Jahrzehnt”

    Die Schwedin wies in ihrer Rede darauf hin, dass das neue Jahrzehnt, das in nur drei Wochen beginne, „über unsere Zukunft entscheiden wird”. Man bräuchte jetzt ein Zeichen der Hoffnung.  Dies komme aber nicht von Regierungen und Konzernen, sondern von den Menschen.

    Die Klimakonferenz in Madrid läuft vom 2. bis zum 19. Dezember, den Vorsitz hat Chile mit seiner Umweltministerin Carolina Schmidt. Delegationen aus  196 Staaten und der EU nehmen daran teil.

    jeg/mt/sna

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    Tags:
    Pariser Abkommen, Klimawandel, Klimakonferenz, Madrid, Greta Thunberg