09:44 22 Oktober 2020
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    Die Absetzung des beliebten ostdeutschen Kabarettisten Uwe Steimle beim MDR hat für einen Sturm der Entrüstung gesorgt. Nun haben Fans der Sendung „Steimles Welt“ eine Petition zum Erhalt der Sendereihe gestartet.

    Nachdem der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) die Absetzung der Sendung „Steimles Welt“ bekannt gab, sprachen sich auf dem Online-Portal „OpenPetition“ innerhalb einer Woche über 38.000 Zuschauer für den Erhalt der Sendereihe aus.

    Der Initiator der Petition ruft die Verantwortlichen des MDR dazu auf, diese Entscheidung noch einmal zu überdenken. Zur Begründung heißt es:

    „Die Sendung 'Steimles Welt' schaffte es wie keine andere, die Menschen des Sendegebietes des MDR zusammenzuführen und zu Wort kommen zu lassen. Steimles Welt ist unsere Heimat und soll es auch bleiben.“

    Der MDR, dessen Hauptsendegebiet Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen ist, hatte am 4. Dezember erklärt, dass der öffentlich-rechtliche Fernsehsender die Zusammenarbeit mit Uwe Steimle beendet und die Sendereihe „Steimles Welt“ 2020 nicht fortgesetzt wird. Der MDR sähe „keine Basis mehr für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit.“ Als Begründung nannte der Sender unter anderem den Vorwurf Steimles über „mangelnde Staatsferne” des öffentlich-rechtlichen Rundfunks.

    Letzte Sendung zu Trassenbauern in der Sowjetunion

    Der in Dresden geborene Schauspieler und Kabarettist erlangte breite Bekanntheit als Kommissar Jens Hinrichs in der TV-Serie Polizeiruf 110. „Steimles Welt“ war eine deutsche Fernsehserie, in der Steimle Menschen in Mitteldeutschland besuchte und sich mit ihnen über ihre Geschichten vor und nach der Wende unterhielt. In der letzten, im November 2019 ausgestrahlten Folge ging es um die sogenannten „Trassenbauer“, DDR-Bürger, die zu Tausenden in den 1970er und 1980er Jahren an Erdgastrassen in der Sowjetunion mitarbeiteten. „Steimles Welt“ lief seit 2013 und war eines der quotenstärksten Formate des MDR.

    AfD-Sympathisanten und einseitige Leserbriefe

    In den letzten Tagen gab es viele Reaktionen auf den Rauswurf Steimles. Während vor allem Politiker der AfD ihre Solidarität mit dem Kabarettisten äußerten, gab es in den sozialen Medien sowohl Unterstützer als auch Kritiker der Entscheidung des MDR.

    ​Die Zielgruppe des MDR in seinem Sendegebiet scheint sich vorwiegend für Steimle und dessen Sendung auszusprechen. Leipzigs größte Zeitung, die LVZ, musste erstmalig die Leserbriefseite zum Thema „Steimle“ mit folgendem Kommentar versehen:

      Ausschnitt aus der Printausgabe der LVZ vom 10.12.2019
    Ausschnitt aus der Printausgabe der LVZ vom 10.12.2019

    „Ich bin nicht links, ich bin nicht rechts, ich bin vorn“

    Steimle selbst schreibt auf seiner Website:

    „Ich bedaure die Entscheidung des MDR zutiefst …
    Danke an alle Mitarbeiter des MDR für Frieden, Freundschaft, Solidarität. Und danke an alle Fans der beliebtesten Sendung.”

    Zu den Vorwürfen, dass er rechts sei, wiederholt Steimle eine Äußerung, die er bereits im vergangen Jahr im Video-Interview bei Sputnik traf:

    „Ich bin nicht links, ich bin nicht rechts, ich bin vorn.“
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    Tags:
    MDR, Uwe Steimle