09:45 18 Januar 2020
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    Am Dienstag erschien die „Jahresbilanz der Pressefreiheit“ der Reporter Ohne Grenzen. Insgesamt wurden im letzten Jahr 49 Journalisten oder Medienschaffende getötet. Inhaftiert sind fast 400. Die Minderheit dieser Tote ist nicht in Kriegsgebieten umgekommen: Viele sind in Ländern umgekommen, in denen formal Frieden herrscht.

    Weltweit befinden sich momentan 389 Medienschaffende im Gefängnis und 49 wurden in diesem Jahr getötet. Dies veröffentlichten die Reporter ohne Grenzen (ROG) am Dienstag in ihrer „Jahresbilanz der Pressefreiheit“. Überraschend sei, dass die Toten nicht nur in Kriegsgebieten starben, sondern vor allem in Ländern, in denen formal Frieden herrsche. Die gefährlichsten Länder bestehen aus Syrien, Mexiko, Afghanistan, Pakistan und Somalia. Dabei seien zehn Medienschaffende in Mexiko als auch in Syrien umgekommen.

    Der Vorstandsprecher der ROG, Michael Rediske, sehe diese Entwicklungen trotz sinkender Todeszahl kritisch:

    „Selbst wenn 2019 deutlich weniger Medienschaffende in bewaffneten Konflikten getötet wurden als in früheren Jahren: Ein Land im Friedenszustand wie Mexiko ist für Journalistinnen und Journalisten ebenso gefährlich wie das Bürgerkriegsland Syrien.“

    Sie benutzten in der „Jahresbilanz der Pressefreiheit“ den Zeitraum vom 1. Januar bis zum 1. Dezember dieses Jahres. Die Organisation bestätigt, dass sie alle Fälle auf ihren direkten Bezug zur journalistischen Tätigkeit geprüft haben. Das heißt, dass jedes Opfer von Gewalt, Todesfall oder Repression in Zusammenhang mit dem Beruf als Medienschaffender steht.

    Gefangenschaft und Entführung

    Die Zahl der global inhaftierten Medienschaffenden lautet im jetzigen Moment 389. Die meisten Inhaftierungen fanden in China mit 120 Gefangenen statt. Die meisten neuhinzugekommenen Fällen seien laut den ROG wohl uighurische Journalisten gewesen. Nach China folgen die Länder Ägypten (34 Gefangene), Saudi-Arabien (32) und Syrien (26). Die ROG haben angemerkt, dass dies In Syrien nur eine Dunkelziffer sei und die Zahl der Inhaftierten somit wahrscheinlich durchaus höher wäre.  

    Zu Ende des Jahres 2019 berichten die ROG, dass 57 Medienschaffende immer noch als entführt gelten. Viele dieser Entführungen seien schon vor sieben Jahren gemeldet worden. Die meisten Journalisten, die in Syrien verschleppt wurden im Verlaufe des letzten Jahres, gäben kein Lebenszeichen von sich.

    lm

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    Tags:
    Pressefreiheit, Journalismus, Reporter ohne Grenzen