13:13 15 Juli 2020
SNA Radio
    Panorama
    Zum Kurzlink
    5172
    Abonnieren

    Die russische Polizei hat am Montag in einem Haus einer Mehrkinderfamilie im Dorf Khimosi (ein Vorort von Sankt Petersburg) ein Lager mit Waffen und Spezialausrüstung entdeckt. Neben illegaler Waffenaufbewahrung wird der Beschuldigte außerdem verdächtigt, gegen eine seiner Töchter sexuelle Gewalt angewandt zu haben.

    Dem Portal 47news.ru zufolge wandte sich eine lokale Bewohnerin an die Polizei, die behauptete, dass ihr Nachbar – der 46-jährige Andrej Boft –  seine minderjährige Tochter vergewaltigt habe.

    ​Als die Beamten eintrafen, fanden sie im Erdgeschoss eine Kalaschnikow-Maschinenpistole sowie kugelsichere Westen mit der Aufschrift „FSB“ (Russlands Inlandsgeheimdienst) vor. Im Inneren des Hauses gab es auch ein Gelände mit einer schwedischen Mauer und Kletterseilen sowie eine Art Schießbude. Vermutet wird, dass dies alles für Trainings der insgesamt acht  Kinder verwendet wurde.

    Der Mann habe keine Dokumente für die Waffe vorweisen können. Zudem habe sich der 46-Jährige den Beamten als Oberst des russischen Geheimdienstes GRU vorgestellt, sich aber geweigert, mit ihnen zu sprechen. Später habe sich herausgestellt, dass der Mann mit den Geheimdiensten nichts zu tun habe. Wegen des Verdachts der Vergewaltigung  sowie unerlaubten Handels mit Waffen und Munition wurde er festgenommen.

    Mutter von Kindern soll seine Cousine sein

    Der Mann soll seit 17 Jahren mit seiner Frau und acht Kindern in diesem Haus gelebt haben. Außerdem soll die Mutter der Kinder seine Cousine sein. Die Kinder seien nie zur Schule gegangen und sollen nach Augenzeugenaussagen nur extrem selten das Haus verlassen haben.    

    Bofts Frau behauptet, dass alle Familienmitglieder vor dem 46-Jährigen Angst hatten:

    „Laut Aussage der Frau hatten sie Angst vor ihm. Er war sehr ... aggressiv, hat die ganze Familie eingeschüchtert, sie in Angst gehalten“, so eine Vertreterin des Ermittlungskomitees.

    Alle Familienmitglieder wurden zur Polizeistation gebracht, wo ein 13-jähriges Mädchen bestätigte, dass ihr Vater eine sexuelle Beziehung mit ihr hatte.

    „Der Untersuchung zufolge hat der 46-jährige Mann von 2012 bis Dezember 2019 seine kleine Tochter in einem Privathaus im Dorf Khimosi wiederholt sexueller Gewalt ausgesetzt“, sagte Julia Matolygina, eine offizielle Vertreterin der regionalen Ermittlungsabteilung.

    Alle Bewohner des Hauses werden in naher Zukunft von Ärzten untersucht.

    Fall von Joseph Fritzl

    Diese schockierende Geschichte erinnert  an einen bekannten Fall in Österreich, bei dem der Elektrotechniker Joseph Fritzl aus Amstetten seine damals 18-jährige leibliche Tochter Elisabeth 24 Jahre lang im Keller seines Hauses eingesperrt,  missbraucht und vergewaltigt hatte. Mit ihr zeugte er insgesamt sieben Kinder, von denen drei ebenfalls jahrelang unter der Erde gefangen gehalten wurden.

    Fritzl wurde zu lebenslanger Haft verurteilt.

    sm/ae

     

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren

    Zum Thema:

    Dafür wurde die EU geschaffen – Trump erläutert
    Messerattacken auf Frauen in Norwegen – eine Tote
    An-22: Flug des größten Turbopropflugzeugs der Welt – Video
    Tags:
    Waffen, Familie, Vater, Inzest