19:23 25 Januar 2020
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    Das Magistratsgericht Westminster hat nach Angaben eines Sputnik-Korrespondenten die Reihenfolge und Daten für die Anhörungen im Auslieferungsfall von WikiLeaks-Gründer Julian Assange bestimmt.

    Nach kurzen Verhandlungen einigten sich die Richterin Vanessa Baraitzer und die Anwälte von Assange darauf, dass die Verhandlungen am 14. und 23. Januar sowie am 7. und 24. Februar stattfinden werden.

    Anschließend können die Termine für die Anhörungen im Februar angepasst werden. „Wir werden bis dahin bereit sein“, sagten die Anwälte.

    Assange nahm an einer Videokonferenz aus dem Belmarsh-Gefängnis teil. Der Angeklagte trug einen blauen Pullover und sah munter aus. Er beantwortete die standardmäßigen Fragen der Richterin und blätterte in den Akten.

    Die Verteidigung von Assange sagte, dass ihr Mandant nach wie vor Probleme mit dem Zugang zu den Akten habe.

    Zum Ende der Sitzung stand einer von Assanges Anhängern auf und begann, Anschuldigungen gegen die britische Justiz auszurufen. „Sie verurteilen eine unschuldige Person, die der Welt die Wahrheit offenbart hat!", schrie der ältere Mann.

    Die Richterin verließ hastig den Gerichtssaal, und die Gerichtsbeamten erklärten, dass sie eine Person, die gegen die Verhaltensregeln im Gericht verstoßen habe, nicht mehr in den Gerichtssaal lassen würden.

    Der Fall Assange

    Der Gründer von WikiLeaks war 2010 in Schweden wegen Vergewaltigung und Belästigungen angeklagt worden. Assange bestritt dies: Ihm zufolge handelten die Frauen, die Klage gegen ihn erhoben hatten, aus Rache und unter dem Einfluss der Polizei. Die Akte wurde später geschlossen, dann wurde der Fall erneut aufgenommen. Im Sommer 2019 wurde in Stockholm angekündigt, dass man keine Auslieferung beantragen werde.

    Julian Assange wurde weltberühmt durch Materialien, die illegale Aktionen der USA während der militärischen Operationen in Afghanistan und im Irak aufdeckten. Der Journalist veröffentlichte Daten über die Tötung von Zivilisten während der Kampfaktionen sowie über die Haftbedingungen im US-Gefängnis von Guantanamo auf Kuba.

    Seit 2012 versteckte er sich in der Botschaft von Ecuador in London. Am Morgen des 11. April 2019 wurde Assange inhaftiert, weil er 2012 nicht vor Gericht erschienen war und die schwedischen und US-Behörden seine Festnahme forderten.

    ek/sb/sna

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    Anhörungen, Auslieferung, Gericht, London, Stockholm, Ecuador, Ekuador