09:42 18 Januar 2020
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    Kaum hat die bayerische Hauptstadt am Mittwoch den Klima-Notstand ausgerufen, meldet die Lokalpresse nun eine „Rolex-Krise“ bei allen Händlern. Die Reaktionen im Netz auf die ausverkauften Luxus-Uhren haben das Zeug, ein Mem zu werden – und hinterlassen Fragen zu den realen Problemen der Münchner.

    Es war die Münchner Abendzeitung („AZ“), die auf die leeren Rolex-Auslagen und -Vitrinen in München sowie die ewigen Wartelisten aufmerksam machte. Es soll auch früher so gewesen sein, dass die Luxus-Uhren vor Weihnachten sich gut verkauften, einen wirklichen Hype aber hat ein Mitarbeiter des Händlers Bucherer nach eigenen Angaben noch nicht gesehen.

    Neu soll auch sein, dass es bei den drei Münchner Rolex-Händlern Bucherer, Wempe und Hilscher jetzt auch tagsüber so ausschaut – keine einzige Uhr, nicht mal ein Ziffernblatt in den Auslagen und Vitrinen. Die MitarbeiterInnen der Geschäfte berichteten über die Schönen und Reichen, die vor Ort so geldig argumentiert hätten, dass es sogar zu hysterischen Szenen gekommen sei. Das mangelnde Angebot sei aber der Situation auf der ganzen Welt zu verdanken, ob in der Schweiz oder in Singapur – manche Wartelisten würden geschlossen, weil es utopisch sei, den Nachfragen in den nächsten Jahren auch nur ansatzweise nachzukommen. Besonders begehrt sollen dabei alle Sport- und Stahl-Varianten sein.

    Denkt man über die Gründe für solch eine Nachfrage nach, dann verweist eine Mitarbeiterin auf die Investitionsvarianten. Die Menschen würden offenbar wegen der Negativzinsen ihrer Bank weniger vertrauen und stattdessen lieber in Luxusuhren investieren. Bei Rolex sei die Wertsteigerung enorm. Dass für manche eine Uhr die bessere und sichere Aktie und Wertanlage sei, bestätigten laut der „AZ“ auch andere Geschäfte. 

    Die sozialen Netzwerke explodieren mit witzigen Reaktionen auf die „Rolex-Krise“. „Iss'n Snickers Justus, Mama kauft bestimmt grade drei Ersatzgeschenke bei Hirmer“, ironisierte das Online-Magazin mitvergnuegenmuenchen zum Thema.

    „In München ist das Leben am härtesten!“, schrieb die Twitter-Nutzerin Julia Menger. „Scheiße, was schenk ich denn nun der Verwandtschaft?“, reagierte der Nutzer Dominik.

    Andere äußerten ihrerseits eher Bedauern: „Probleme mit der Miete, mit dem Job, mit dem Amt? Hört mal auf, euch zu beschweren, und denkt in diesen besinnlichen Tagen an Menschen, die wirkliche Probleme haben“, so das Mietenwahnsinn-Bündnis, eine Bewegung gegen Verdrängung und die steigenden Mieten.

    lk/sb

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    Tags:
    Luxusboutiquen, Luxus, Weihnachten