03:37 06 Dezember 2020
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    Die syrische Regierungsarmee hat am Donnerstag eine neue Militäroperation im Südosten der Provinz Idlib begonnen. Dies wird von einem Sputnik-Korrespondenten vor Ort berichtet.

    „Armeeeinheiten der syrischen Regierungsarmee haben im Südosten von Idlib eine Militäroperation gestartet“, so der Reporter.

    Die regierungstreue Zeitung „al-Watan“ teilte am Dienstag unter Verweis auf eine Militärquelle im Süden von Idlib mit, dass die syrische Armee Verstärkung in die Provinz Idlib zusammenziehe und jederzeit bereit sei, eine großangelegte Operation zu starten. Die Zeitungsquelle präzisierte, dass die Armee bereit sei, den Einsatz auch auf den Territorien der Nachbarprovinzen Aleppo, Hama und Latakia durchzuführen, die von Terroristen der „Dschabhat an-Nusra“* und anderer mit dieser Terrorvereinigung verbundener Gruppierungen gehalten werden.

    Die Quelle teilte zudem mit, dass die Fliegertruppen am Montag Präzisionsbombenwürfe gegen Positionen der Terrorkämpfer an der Front geführt hätten. Infolgedessen wurden „Dutzende“ Terrorkämpfer in der Umgebung von Idlib, Maaret al-Numan und anderen Städten getötet. Zugleich hatten die Militärs in der Nacht zum Dienstag in den Kampf gegen Milizen im Bezirk Raschidin der Stadt Aleppo eingegriffen, von wo die Milizen ständig Wohnviertel der Stadt beschossen hatten.

    Wie der Sputnik-Korrespondent heute berichtete, hatten Kampfeinheiten der syrischen Armee bereits eine Offensive im Süden des Idlib-Bezirkes gestartet, infolgedessen wurden viele Positionen der "Ajnad al-Kavkaz"-(zu dt.: Soldaten des Kaukasus, eine fundamentalistische islamische Rebellenvereinigung) zerstört und An-Nusra*-Kämpfer getötet.

    Der Reporter zitierte eine Feldquelle mit den Worten, der Dauerbeschuss habe in den letzten Tagen seine Ziele erreicht und den Schwerpunkt und die Versorgungslinien der bewaffneten Gruppen im südlichen und südöstlichen Idlib getroffen, wo die Einheiten der syrischen Armee am Nachmittag mit der Offensive begonnen hätten.

    Die Quelle bestätigte, dass auf der Südachse von Idlib derzeit heftige Zusammenstöße zwischen Einheiten der syrischen Armee und bewaffneten Gruppen, insbesondere gegen die Organisationen des „Hauptquartiers für die Befreiung von Al-Scham“ und „Ajnad al-Kavkaz“, erfolgen.

    Der Kommandeur des russischen Zentrums für Versöhnung in Syrien, Generalmajor Juri Borenkow, gab gestern bekannt, dass etwa 100 bewaffnete Personen in Panzern und gepanzerten Fahrzeugen die Stellungen der syrischen Armee in der Olivenzone in Idlib angegriffen hätten. Alle Attacken seien zurückgewiesen worden.

    Vorrücken unter schwersten Bedingungen

    Der Sputnik-Korrespondent betonte, dass „die Einheiten der syrischen Armee unter den Bedingungen heftiger Zusammenstöße nach schwerem Beschuss in Richtung der Stadt Umm al-Dschalal vorgerückt sind“ und es geschafft haben, die „Kontrolle der Stadt zu übernehmen“.

    Zuvor berichtete unser Korrespondent in Idlib, dass die syrische Armee nach drei Tagen Beschuss mit Unterstützung syrischer und russischer Militärflugzeuge auf die Schutzlinie der „Soldaten des Kaukasus“ und der Terrororganisation „Dschabhat al-Nusra“ im südlichen Idlib vorgestoßen sei.

    Der syrische Präsident Baschar al-Assad erklärte im November, dass die Befreiung der Provinz Idlib mit Militärmitteln nicht viel Zeit in Anspruch nehmen werde, allerdings wollten die Behörden erst den Zivilisten die Möglichkeit geben, diesen Bezirk zu verlassen.

    Infolge einer im August durchgeführten Operation gelang es dem syrischen Militär, bedeutende Territorien im Norden der Provinz Hama und im Süden von Idlib zu befreien, die seit 2014 teilweise von Terroristen besetzt waren. Der Schlüsselmoment war die Befreiung der strategischen Stadt Chan Scheihun und der Zugang zum Abschnitt der internationalen Autobahn M5 Damaskus-Aleppo.

    Der bewaffnete Konflikt in Syrien dauert seit 2011 an. Ende 2017 wurde der Sieg über die Terroristengruppe IS * („Islamischer Staat“*) in Syrien und im Irak verkündet. In einigen Gebieten des Landes werden die Aufräumungsarbeiten fortgesetzt. Im Moment stehen eine politische Einigung, die Wiederherstellung Syriens und die Rückkehr von Flüchtlingen im Vordergrund.

    *Terrorvereinigung, in Russland verboten.

    ek/sb/sna

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    Tags:
    Militäroperation, Idlib, Dschabhat an-Nusra, Chan Scheihun