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    Der japanische Stromversorger KEPCO will einem Zeitungsbericht zufolge die Reaktorblöcke 3 und 4 des Atomkraftwerkes Takahama stilllegen. Der Grund: Die beiden Anlagen entsprechen nicht den neuen Anti-Terror-Anforderungen. Seit der Nuklearkatastrophe von Fukushima vor knapp neun Jahren ist in Japan nur noch jeder zehnte Reaktor in Betrieb.

    Die Japanische Atomaufsichtsbehörde hatte im April 2019 die Anti-Terror-Anforderungen an die Atomkraftwerke verschärft und Energieunternehmen vorgeschrieben, die Anlagen entsprechend zu modernisieren. Der Takahama-Betreiber Kansai Electric Power (KEPCO) habe die ihm gesetzte Frist verstreichen lassen, berichtet die Zeitung „Mainichi“.

    Hintergrund der Verzögerung könnte nach Angaben der Zeitung der Korruptionsskandal vom Oktober gewesen sein. KEPCO-Manager waren damals mit den Vorwürfen konfrontiert gewesen, von der Stadtleitung Takahama jahrelang Geschenke entgegengenommen und ihr im Gegenzug Reparatur- und Bauaufträge rechtswidrig zugespielt zu haben.

    Die Blöcke 3 und 4 waren 2017 für jeweils drei Jahre in Betrieb genommen worden. Werden sie nun tatsächlich stillgelegt, bleiben in Japan nur noch drei Atomreaktoren in Betrieb. Vor der Nuklearkatastrophe von Fukushima im Jahr 2011 waren es 47 gewesen. Nach Angaben der Zeitung droht auch beim geplanten Neustart der Reaktorblöcke 1 und 2 eine Verzögerung.

    Am 11. März 2011 hatte eine Erdbeben- und Tsunamikatastrophe im Atomkraftwerk Fukushima 1 schwere Schäden angerichtet. In den Reaktoren 1 bis 3 kam es zu Kernschmelzen und Explosionen. Große Mengen an radioaktivem Material wurden freigesetzt und kontaminierten die Umgebung. Zehntausende Einwohner mussten das Gebiet verlassen. Die Entsorgungsarbeiten werden voraussichtlich 40 Jahre dauern. Vor dem Fukushima-Unglück, der bislang größten Nuklearkatastrophe seit Tschernobyl, hatte Japan rund 30 Prozent seines Strombedarfs mit Atomenergie gedeckt.

    leo/ae

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    Tags:
    Terrorismus, Sicherheit, Atomenergie, Fukushima, Japan