14:06 15 Juli 2020
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    Israel muss sich nach Einschätzung seines Generalstabschefs auf die Möglichkeit einer begrenzten Konfrontation mit dem Iran einstellen. Teheran treibe sein Atomprogramm immer weiter voran, teilte der Militärchef Aviv Kochavi am Mittwoch in einer Sicherheitskonferenz bei Tel Aviv mit.

    Der Iran reichere mehr Uran an und setze mehr Zentrifugen ein. Es bestehe die Gefahr, dass der Iran angesichts der mangelnden Reaktion des Westens bald in der Lage sein werde, eine Atombombe zu bauen.

    Der Iran verfolge in letzter Zeit auch eine deutlich aggressivere regionale Politik, vor allem gegen die arabischen Golfstaaten, sagte der Militärchef. „Es gibt keine Reaktion, keine Gegenangriffe und keine Abschreckung angesichts dieser iranischen Aktionen.“

    Auch gegen Israel verfolge die Führung in Teheran eine aggressivere Politik, sagte Kochavi. „Aber wir reagieren, und wir werden weiter reagieren.“ Angesichts der veränderten Realität „verstehen wir, dass die Möglichkeit einer begrenzten Konfrontation – oder mehr als das – zwischen uns und dem Iran nicht unwahrscheinlich ist“.

    Am 7. Dezember hatte Israels Außenminister Israel Katz in einem Gespräch mit der italienischen Zeitung „Corriere della Sera“ über Abschreckungsmaßnahmen gegen den Iran gesprochen. Laut Katz betrachtet Tel Aviv eine Bombardierung als Möglichkeit, die Islamische Republik von Atomwaffen fernzuhalten.

    Ende November hatte der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu die Länder, die Frieden in der Region wollen, dazu aufgerufen, Druck auf den Iran auszuüben. Im Juni 2018 hatte Netanjahu den Iran als „größte Bedrohung für die Existenz Israels“ bezeichnet. Israel sei entschlossen, diese Bedrohung abzuwehren, sagte er damals.

    Israels Sicherheitsinteressen im Nahen Osten

    Im Dezember 2019 hatte Netanjahu mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin telefoniert. Dabei sei es um das Thema Iran, die Situation in Syrien und Israels Sicherheitsbedürfnisse gegangen sowie darum, wie Reibungen zwischen israelischen und russischen Truppen verhindert werden können.

    Israel greift regelmäßig Ziele in Syrien an, um den militärischen Einfluss des Irans in dem Bürgerkriegsland zurückdrängen. Russland, ein Verbündeter Syriens, hat das israelische Vorgehen kritisiert.

    sm/gs/dpa

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    Tags:
    Iran, Konfrontation, Israel