02:20 10 Juli 2020
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    Die europäische Grenzschutzagentur Frontex hat einen starken Rückgang der illegalen Einreisen in die EU vermeldet. Bis Jahresende soll die Zahl der irregulären Grenzübertritte voraussichtlich bei rund 120.000 liegen. Im Rekordjahr 2015 hatte Frontex noch 1,2 Millionen illegale Einreisen registriert.

    Im Vergleich zum Vorjahr sei ein Rückgang um rund zehn Prozent zu beobachten, sagte Frontex-Direktor Fabrice Leggeri der „Welt“. Gleichzeitig sprach er das auch weiterhin bestehende Migrationsproblem an.

    „Die Zahlen sind aktuell zwar geringer, der Migrationsdruck nach Europa bleibt aber gewaltig“, sagte Leggeri. „Außerdem beschäftigten uns die vielen Migranten, die in den vergangenen Jahren in die EU gekommen sind.“

    Relativ viele reisten innerhalb des eigentlich grenzkontrollfreien Schengen-Raums weiter. „Sie stellen in mehreren Mitgliedsstaaten Asylanträge – das verstößt gegen die EU-Regeln.“ Zudem gebe es immer noch Probleme mit Rückführungen. Hier wolle Frontex helfen. Laut dem Direktor werden weiterhin nicht alle Asylbewerber bei der Einreise registriert. „Viele nutzen dann die Chance und ziehen weiter in ihr Wunschland“, so Leggeri.

    Über die Türkei nach Europa

    Für die steigenden Zahlen Schutzsuchender, die aus der Türkei in die EU kämen, sieht Leggeri mehrere Gründe. „Die Türkei setzt mittlerweile ihre Wohnortzuweisung konsequent durch – viele Migranten wollen sich das aber nicht vorschreiben lassen und machen sich jetzt auf nach Westen“, betonte er.

    Zudem sei die Zahl der Afghanen deutlich angestiegen. „Dabei handelt es sich nicht nur um Personen, die aus ihrer Heimat fliehen. Wir bemerken auch viele, die im Iran gearbeitet haben, jetzt in der Wirtschaftskrise ihren Arbeitsplatz verloren haben und nun über die Türkei nach Europa wollen.“

    Im Iran leben nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR von Anfang Dezember etwa eine Million registrierte afghanische Flüchtlinge. Nach Schätzungen sollen sich weitere zwei Millionen Afghanen im Land aufhalten.

    mka/gs/dpa

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    Tags:
    Migranten, EU, Grenzschutz