21:57 21 Januar 2020
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    Das Parlament in Montenegro hat mit den Stimmen der Regierungsmehrheit ein neues umstrittenes Kirchengesetz gebilligt. Vor der Abstimmung in der Nacht zum Freitag war es zu Tumulten gekommen, als die Abgeordneten der proserbischen Opposition im Plenarsaal Rauchgranaten zündeten und vom Sicherheitsdienst aus dem Saal entfernt wurden.

    Bereits am Donnerstag hatte es Proteste gegeben, an denen Hunderte Oppositionsanhänger teilnahmen.

    Nach dem neuen Gesetz sollen die zwei in Montenegro konkurrierenden orthodoxen Kirchen den Eigentumsstatus von Gebäuden und Immobilien klären, die vor 1920 in ihren Besitz gelangt sind. Das sind die im Land dominierende, Belgrad unterstellte serbisch-orthodoxe Kirche (SOK) und die neue, autonome montenegrinisch-orthodoxe Kirche (MOK).

    Montenegro war bis 1918 ein unabhängiges Königreich mit einer eigenen orthodoxen Kirche. Nach der Eingliederung des kleinen Adria-Landes in das neu entstandene, von einem serbischen König regierte Jugoslawien verlor die montenegrinische Kirche im Jahr 1920 durch einen königlichen Erlass ihren „autokephalen“ - unabhängigen - Status und wurde, zusammen mit ihren Besitztümern, Teil der serbisch-orthodoxen Kirche.

    Seit 2006 ist Montenegro wieder unabhängig. Die Regierung in Podgorica ist seitdem bemüht, die eigene montenegrinisch-orthodoxe Kirche wiederherzustellen. Die serbisch-orthodoxe Kirche in Belgrad bekämpft dies vehement. Sie ist unter keinen Umständen bereit, die „autokephale“ montenegrinische Kirche anzuerkennen.

    ls/dpa/mt

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