18:28 05 Juli 2020
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    Wikileaks hat neue Dokumente der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) veröffentlicht, die sich auf die Untersuchung des mutmaßlichen chemischen Angriffs in der syrischen Stadt Duma im Jahr 2018 beziehen. Daraus soll ersichtlich werden, dass einige Berichte über die angeblichen Duma-Chemieangriffe gelöscht werden sollten.

    Die Whistleblower-Organisation hat einen E-Mail-Austausch zwischen leitenden Beamten der Organisation und Mitgliedern der Untersuchungskommission über den angeblichen chemischen Angriff in Duma veröffentlicht.

    Entsprechende Enthüllungen postete Wikileaks bei sich auf der Seite und auf Twitter.

    ​Demnach soll etwa eine E-Mail darauf hindeuten, dass Sebastien Braha, Kabinettschef bei der OPCW, die Löschung eines technischen Berichtes aus dem Register der Organisation forderte.

    „Bitte entnehmen Sie dieses Dokument aus DRA [Documents Registry Archive] ... und entfernen Sie gegebenenfalls alle Spuren von dessen Bearbeitung/ Archivierung/ was auch immer in DRA”, zitiert Wikileaks aus den E-Mails.

    Das wichtigste Ergebnis des entsprechenden Berichtes soll dabei gewesen sein, dass zwei Zylinder in Duma, die am Ort des mutmaßlichen Angriffs gefunden wurden, mit größerer Wahrscheinlichkeit manuell dort platziert wurden, aber eben nicht aus beträchtlichen Höhen von einem Flugzeug oder Hubschrauber abgeworfen wurden.

    Genau diese Erkenntnisse sollen aus dem offiziellen Abschlussbericht der OPCW über den Douma-Vorfall gestrichen worden sein.

    In einem anderen veröffentlichten Dokument soll eine Sitzung von OPCW-Experten protokolliert worden sein, bei der die Symptome des angeblich chemischen Angriffes analysiert werden sollten, die die Opfer aufgewiesen hätten. Kurzum, ob die Opfer von Duma tatsächlichen Chlorgas oder anderen chemischen Elementen ausgesetzt worden seien, wörtlich: „...ob die bei Opfern beobachteten Symptome mit einer Exposition gegenüber Chlor oder einem anderen reaktiven Chlorgas im Einklang standen."

    In dem heute bekannt gewordenen Protokoll soll es heißen:

    „In Bezug auf die Übereinstimmung der beobachteten und gemeldeten Symptome der mutmaßlichen Opfer mit einer möglichen Exposition gegenüber Chlorgas oder Ähnlichem waren die Experten in ihren Aussagen zu dem Schluss gelangt, dass kein Zusammenhang zwischen Symptomen und Chlorexposition besteht.“

    Zusammenfassend dazu soll ein Mitglied des Untersuchungsteams den Schluss gezogen haben:

    „Dass die beobachteten Symptome nicht mit der Exposition gegenüber Chlor vereinbar sind und keine andere offensichtliche Kandidatenchemikalie, die die Symptome verursacht, identifiziert werden konnte.”

    Bei dem nun von WikiLeaks veröffentlichten Dokument handelt es sich um das vierte Dokument eines E-Mail-Austausches von Ende Juli 2018, in dem angegeben wird, dass die acht OPCW-Inspektoren, die während der Ermittlungsmission nach Duma entsandt wurden (außer einem Rettungssanitäter), von den eigentlichen Diskussionen über die Untersuchung ausgeschlossen werden sollten.

    ng/mt

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    Tags:
    chemischer Angriff, chemische Waffen, chemische Kampfmittel, Enthüllung, WikiLeaks, Syrien, Duma, WikiLeaks