14:44 15 Juli 2020
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    Die Flugbegleitergewerkschaft UFO ruft zu Streiks bei der Lufthansa-Tochter Germanwings auf - und zwar von Montag, 30.12., 0:00 Uhr bis zum Mittwoch, 1.1., 24 Uhr.

    Die Lufthansa kommt auch zwischen den Feiertagen nicht zur Ruhe. Ein Sprecher von UFO begründete den Streik damit, dass die Konzernleitung keine Gesprächsbereitschaft gezeigt habe.

    Schon zuvor hatte die Flugbegleitergewerkschaft Ufo Streiks „noch in diesem Jahr” angekündigt. Lange hatten die tief zerstrittenen Parteien versucht, mit Hilfe der prominenten Schlichter Matthias Platzeck und Frank-Jürgen Weise zumindest einen Fahrplan für die anstehenden Schlichtungsgespräche zu vereinbaren.

    Die UFO sieht diesen Versuch als gescheitert an.

    Worum es bei dem Streit geht

    Für die Ufo besteht eigentlich eine Friedenspflicht. Dieses Streikverbot erstreckt sich allerdings nur auf einen kleinen Teil der Ufo-Forderungen bei der Kerngesellschaft Lufthansa, die so genannte „kleine Schlichtung”. Konkret sind das neben einer Lohnsteigerung um 2 Prozent noch höhere Spesen und Zulagen sowie eine Regelung für Saisonkräfte, damit diese einfacher in reguläre Angestelltenverhältnisse wechseln können. Die Gewerkschaft könnte bei vier weiteren Flugbetrieben des Konzerns zum Streik aufrufen oder für neue Tarifforderungen auch bei der Lufthansa-Kerngesellschaft.

    In dem Konflikt hat es bereits einen Warnstreik bei vier Lufthansa-Töchtern sowie im November einen zweitägigen Streik bei der Kerngesellschaft Lufthansa gegeben.

    Hier waren rund 1500 Flüge mit rund 200.000 betroffenen Passagieren ausgefallen. Das war nicht selbstverständlich, denn die Gewerkschaft hatte sich in den Monaten zuvor in internen Kämpfen selbst geschwächt.

    Mehrere Vorstandsmitglieder waren zurückgetreten und hatten sich gegenseitig mit Untreue-Vorwürfen überzogen, was auch zu staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen geführt hat, die noch andauern.

    Die Rolle der Schlichter

    Streng genommen sind Matthias Platzeck und Frank-Jürgen Weise lediglich für die bereits geschilderte „kleine Schlichtung” zuständig. Lufthansa und Ufo haben aber betont, dass sie eine Vielzahl weiterer Themen mit in die Gespräche aufnehmen wollen, die in den vergangenen Jahren liegen geblieben sind. Dazu werden jetzt Vorverhandlungen geführt. Laut Lufthansa liegt die Vereinbarung zu dieser „großen Schlichtung” unterschriftsreif vor.

    Die Schlichter haben sich nach Aussagen mehrerer Beteiligter persönlich sehr engagiert, die Streithähne zur größeren Themenliste an einen Tisch zu bringen. Auch über die Feiertage sollen noch Gespräche gelaufen sein. Für den Januar haben die Schlichter einen dritten Gesprächstermin angeboten.

    ng/mt/dpa

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    Tags:
    Germanwings, Lufthansa